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Brandenburg Potsdamer Team tritt bei Event in Boston an
Brandenburg Potsdamer Team tritt bei Event in Boston an
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17:47 24.10.2019
Das Team der Universität Potsdam für den internationalen iGEM-Wettbewerb 2019 im US-amerikanischen Boston. Quelle: privat
Potsdam

Es ist so etwas wie die inoffizielle Weltmeisterschaft der Biologiestudenten. Alljährlich finden sich im US-amerikanischen Boston tausende junge Menschen zusammen und präsentieren in ihren Teams tolle Idee und Erfindungen in der synthetischen und in der Molekularbiologie. Wer die von der Jury aufgestellten Kriterien am besten erfüllt, kommt ins Finale, die Sieger selbst gehen mit ihren Ideen in die Annalen des Wettbewerbs ein. Ihre Ideen werden für die wissenschaftliche Gemeinschaft online gestellt und können durchaus die Forschung beflügeln.

Anfänge am weltberühmten MIT

Was in den Zweitausenderjahren als Wettbewerb am berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) begonnen hatte, ist heute als „iGEM“ ein internationales Großereignis im Bostoner Kongresszentrum. Rund 6000 in über 350 Teams aufgeteilte Jungwissenschaftler aus aller Welt werden diesmal am 31. Oktober an der amerikanischen Ostküste erwartet. Mit dabei: Elf junge Leute von der Universität Potsdam – Biowissenschaftler, Informatiker, Physiker und Politikwissenschaftler.

Die beiden Biowissenschaft-Studenten Robin Michael und Bryan Nowack und ihre mitreisenden Mitstreiterinnen und Mitstreiter werden ein Computerprogramm präsentieren, das die schrittweise Veränderung von Eiweißmolekülen simuliert und am Ende diejenigen Proteine herausfindet, die auch hohe Temperaturen aushalten können.

Stabile Proteine entwickeln

„Die Industrie arbeitet sehr viel mit Proteinen“, sagt der Ko-Teamleiter Bryan Nowack. „Proteine können alle möglichen chemischen Reaktionen eingehen.“ Verwendung finden sie zum Beispiel auch in Waschmitteln. Und da taucht schon das erste Problem auf. Die komplizierten Moleküle werden bei hohen Temperaturen zerstört. Wie bekommt man standhaftere Eiweiße hin? Ein Weg ist eine simulierte Evolution im Labor, in der man immer neue und bessere Eiweiße züchtet. Bloß dauert das furchtbar lange. Schneller wäre eine Computersimulation, die eine solche Evolution durchspielt und die besten Eiweiße präsentiert. Genau eine solche haben die rund 20 Studentinnen und Studenten des Potsdamer Teams im vergangenen Jahr auf der Grundlage eines selbstlernenden Systems entwickelt.

„Unser Hauptsystem kann tatsächlich solche Proteinsequenzen hervorbringen“, sagt Nowack. Das Problem sei nur: „Wir konnten nicht im Labor nachprüfen, ob die Proteine wirklich so stabil sind.“ Probiert hatte die Gruppe in den Golmer Labors zwar, die entsprechenden Eiweiße nachzubasteln – allerdings ist das eben nicht so einfach wie man denkt. Manchmal dauert es Monate, bis die Stoffe in ausreichender Menge erzeugt werden können. „Wir haben es einfach nicht in der Zeit geschafft“, sagt Nowack.

Auch deswegen wird die elfköpfige Gruppe, die am kommenden Dienstag in die Vereinigten Staaten fliegt, in der Sparte „Informatik“ auftreten und nur ihre Computerprogramme vorstellen. Der Vorteil: Es gibt in diesem Feld dieses Jahr nur vier weitere Teams, die kurioser Weise allesamt aus China kommen. Der Nachteil: In die Finalrunde werden es die Potsdamer nicht schaffen, denn die ist für Gruppen mit echten biosynthetischen Themen reserviert.

Hoffnung auf einen ersten Platz

„Ich rechne mir schon einen Preis für das beste Software-Team aus“, sagt Nowack. Seine Zuversicht kommt nicht von ungefähr: Schon 2017 hat er mit einem Team am „iGEM“-Wettbewerb teilgenommen. Damals noch erfolglos. Aber inzwischen hat Nowack aus den Fehlern gelernt. Die damalige Gruppe habe einfach zu spät mit der Laborarbeit begonnen. Diesmal haben die 20 Teammitglieder fast ein ganzes Jahr an ihrem Thema gearbeitet. Wie gefordert wurde schon eine Posterpräsentation und mit 2019.iGEM.org/Team:Potsdam auch eine eigene Webseite entworfen.

Für ihre eigentliche Präsentation hat das Team sogar ein erklärendes Video im Stil eines Musik-Clips gedreht und einen AC/DC-Song neu vertextet und eingespielt. Gedreht wurde auf dem Golmer Campus. Vor ihrem Video muss die Gruppe am 2. November ihr Projekt innerhalb von 20 Minuten möglichst geistreich und spektakulär präsentieren.

„Es ist ziemlich amerikanisch. Es geht dabei viel um Show und Entertainment“, sagt Nowack. Geübt hat der 22-Jährige solche Auftritte aber schon beim Science-Slam in Berlin. Spaß verspricht sich das gemischte Team im „Hynes Convention Center“, der größten Veranstaltungshalle der Stadt, auf alle Fälle. Dafür mussten die jungen Leute auch einiges berappen. 800 Dollar pro Person verlangen die Veranstalter, um die Saalgebühr zu decken. Ohne erfolgreiches Crowdfunding wäre die Teilnahme der Potsdamer gar nicht möglich gewesen.

Von Rüdiger Braun

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