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Brandenburg Eltern kämpfen für gebührenfreie Kitas
Brandenburg Eltern kämpfen für gebührenfreie Kitas
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00:36 20.03.2015
Christin, Danilo und Amelie Fischbach (v.l.) aus Schwante. Quelle: Enrico Kugler
Potsdam, ,

Kostenlose Bildung schon im Kleinkind-Alter: Eine Brandenburger Elterninitiative kämpft für bundesweit gebührenfreie Kitas. „Das derzeitige Bezahlsystem für die Eltern ist ungerecht“, erklärt Danilo Fischbach, Vater aus Schwante (Oberhavel) und Gründer der Initiative. Allein innerhalb eines Landkreises variierten die Gebühren je nach Gemeinde sehr stark. Für seine fünfzehn Monate alte Tochter müsse er in der Gemeinde Oberkrämer 353 Euro im Monat für die Betreuung bezahlen. Nur wenige Kilometer weiter in Velten wären es 78 Euro weniger, in Oranienburg sogar 124 Euro weniger. „Bildung und Kinderbetreuung sollte überall gebührenfrei sein, wie im Schulbereich“, fordert der Justizvollzugsbeamte.

Brandenburger Eltern überlegten sich derzeit gut, ob sie sich mehrere Kinder überhaupt leisten könnten. Bislang ist Hamburg das einzige Bundesland, in dem Kitas für die Eltern komplett gebührenfrei sind. In Berlin will die SPD ab 2016 kostenlose Kitas für alle.

Mehr als 2700 „Likes“ bei Facebook

Auf ihrer Facebook-Seite hat die „Bürgerinitiative für beitragsfreie Kita- und Krippenplätze in Deutschland“ bereits mehr als 2700 Unterstützer. Auch der Landeselternrat teilt die Forderungen. Auf Bundesebene hat der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, seine Unterstützung signalisiert. „Wir unterstützen die Forderung nach einer elternbeitragsfreien Kita und werden nach Lösungen suchen“, verspricht auch die Sprecherin der Linksfraktion im Potsdamer Landtag, Alexa Lamberz. Zunächst habe die Qualität der Kitas Priorität gehabt: Um den Betreuungsschlüssel wie von einer älteren Kita-initiative gefordert zu verbessern, seien 1000 zusätzliche Erzieher finanziert worden.

Brandenburg gebe mit aktuell 262 Millionen Euro Landesförderung im Jahr so viel für Kita-Betreuung aus wie noch nie in der Geschichte des Landes, sagt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Simona Koß. „So wünschenswert eine Beitragsfreiheit für Kitas erscheint, ist angesichts dieser Summen klar, dass sie derzeit zu Lasten der Betreuungsqualität gehen könnte.“ Das Geld sollte besser in die Qualität der Kitas gesteckt werde, findet auch Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Landesverbandes.

Die Opposition ist skeptisch

„Den Eltern ist nicht damit geholfen, wenn sie für die Kita zwar nichts bezahlen müssen, das Kind aber nicht Förderung bekommt, die es verdient“, meint auch der bildungspolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann. Prinzipiell teile man die Forderung der Initiative, sagt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marie Luise von Halem. Es sei „eigentlich nicht vertretbar, Eltern während der Kita-Jahre im Gegensatz zur Schulzeit mit Beiträgen zu belasten.“ Allerdings sei eine solche Forderung aus Kostengründen derzeit kaum umsetzbar. Nach Berechnung der Grünen müsste das Land rund 150 Millionen Euro jährlich aufwenden, um die Gebühren zu übernehmen.

Ein Krippenplatz koste mindestens 800 Euro, erklärt Florian Engels, Sprecher von Bildungsminister Günter Baaske (SPD). Davon trügen rund 60 Prozent die Landkreise und das Land, der Rest werde durch Gemeinde, Träger und Elternbeiträge finanziert. Kostenfreie Kitas würden vor allem Gutverdienern belohnen, so Engels. „Eltern, die aus sozialen Gründen schon heute von Beiträgen befreit sind, hätten nichts davon“, meint er.

„Die Höchstsätze bei den Gebühren treffen die Mittelschicht und nicht erst Leute mit 10 000 Euro Monatseinkommen“, sagt hingegen Vater Danilo Fischbach aus eigener Erfahrung.

Kitagebühren in anderen Bundesländern

In Hamburg ist seit August 2014 der Kitabesuch für alle Kinder ab der Geburt bis zur Einschulung gebührenfrei.

In Berlin sind die Kitaplätze für drei- bis fünfjährige Kinder gratis. Die SPD will bis 2016 durchsetzen, dass die Kindertagesstätten in der Hauptstadt komplett gebührenfrei sind.

In Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zahlen die Eltern im letzten Jahr vor der Schule nichts.

Sachsen, Schleswig-Holstein und das Saarland erhoben zwischenzeitlich für das letzte Kindergartenjahr keine Gebühren, haben diese Befreiung aber wieder zurückgenommen.

Von Marion Kaufmann

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