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Brandenburg So viel verdienen Brandenburger – und so viel die Bayern
Brandenburg So viel verdienen Brandenburger – und so viel die Bayern
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15:02 03.08.2018
Die Höhe der Gehaltsabrechnung hängt stark vom Wohnort ab. Quelle: Arno Burgi/dpa
Potsdam

Fast drei Jahrzehnte nach der Wende klaffen die Einkommen in Deutschland regional noch immer weit auseinander. Der Osten bleibt klar unter dem Niveau im Westen, die Gehälter in Brandenburg liegen dabei sogar noch unter dem Ost-Durchschnitt. Das geht aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Linke-Bundestagsfraktion hervor. Bundesweit am besten verdient wurde demnach in Ingolstadt in Bayern mit 4635 Euro. Hier bekamen Arbeitnehmer mehr als doppelt so viel wie in Elbe-Elster (2215 Euro), im Havelland (2227 Euro) oder in der Prignitz (2239 Euro). Alle drei Brandenburger Landkreise gehören zu den zehn Gebieten bundesweit, wo man am wenigsten verdient. Zum Vergleich: In Ingolstadt, wo die höchsten Löhne gezahlt werden, verdient man im Schnitt mehr als doppelt so viel, nämlich 4635 Euro.

In Elbe-Elster halb so viel wie in Ingolstadt

2493 Euro beträgt das Brutto-Einkommen in Brandenburg im Schnitt. Der ostdeutsche Mittelwert liegt bei 2600 Euro, der gesamtdeutsche bei 3209 Euro.

Nicht nur innerhalb Deutschlands, auch innerhalb Brandenburgs gibt es große Unterschiede. Das mittlere Einkommen in Elbe-Elster beträgt 2215 Euro. Weniger verdient man unter den 400 Kreisen und kreisfreien Städten nur noch in Vorpommern-Rügen, dem Erzgebirgskreis und in Görlitz. Die Brandenburger Stadt mit dem höchsten Einkommen ist Potsdam mit 2979 Euro. Dies dürfte vor allem damit zu tun haben, dass hier die Landesverwaltung ihren Sitz hat. Damit liegt die Stadt auf Platz 168 von 401 Landkreisen und kreisfreien Städten.

Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann nannte es „beschämend“, dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet sei. Aber auch im Westen gebe es abgehängte Regionen. „Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben.“ Nötig sei, Tarifverträge und Tarifbindung zu stärken. Der Mindestlohn sollte auf 12 Euro pro Stunde erhöht und Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit abgeschafft werden.

Viele Faktoren sorgen für Einkommensunterschiede

Wie hoch Verdienste regional sind, kann von vielen Faktoren abhängen - zum Beispiel, ob es in einer Stadt Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Einfluss auf die Gehaltshöhe hat auch die Qualifikation von Arbeitnehmern. Über die Kaufkraft sagt die Verdiensthöhe allein noch nichts aus - dies hängt von den Lebenshaltungskosten etwa für Miete oder Lebensmittel ab, die sich regional ebenfalls unterscheiden.

Die Statistik erfasst den sogenannten Median der Brutto-Monatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten jeweils zum Stichtag 31. Dezember. Der Median bildet genau die Mitte sämtlicher Einkommen; das heißt es liegen in dem jeweiligen Landkreis genau so viele Gehälter darüber wie darunter. Auszubildende sind nicht darunter. Einbezogen werden auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zulagen und Zuschläge. Regional zugeordnet wird nach dem Arbeitsort. Dabei wird Berlin zu Ostdeutschland gezählt.

Von Torsten Gellner und Sascha Meyer

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