Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Erste Hinweise zum mysteriösen Toten im Hotel
Brandenburg Erste Hinweise zum mysteriösen Toten im Hotel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 20.01.2017
Hier wurde der Tote gefunden.
Hier wurde der Tote gefunden. Quelle: hotels-potsdam.de
Anzeige
Teltow

Bei dem mysteriösen Toten, bei dem die Polizei am Samstag in einem Teltower Hotel mindestens fünf Identitätsdokumente aus unterschiedlichen Ländern fand, handelt es sich um einen Mann im Alter von 30 bis 50 Jahren. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Die Ermittler haben mittlerweile einen Verdacht, um wen es sich bei dem Verstorbenen handelt – Details wollte die Polizeidirektion West aber noch nicht offenlegen. „Er hat sich nicht im luftleeren Raum bewegt“, sagte ein Sprecher. „Es gibt Leute, die mit ihm zu tun hatte – die kennen wir auch. Durch unsere Ermittlungen haben wir bestimmte Namen herausbekommen.“ Wie aus Ermittlerkreisen verlautete war, anders als bisher berichtet, nicht die Dusche Auffindeort des unbekleideten Toten. Vielmehr soll er in einer Badewanne gelegen haben.

Keine Anzeichen für unnatürlichen Tod

Nach MAZ-Informationen soll der Tote unter anderem die Namen Roberto und Paolo geführt haben – dafür gibt es aber keine Bestätigung von offizieller Stelle.

Die von Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam beantragte Obduktion sollte laut Staatsanwaltschaft Potsdam noch am Dienstag erfolgen. Auf einen unnatürlichen Tod deutet nach Auskunft von Ermittlern derzeit nichts hin. Die Rechtsmediziner gehen dabei nach dem Ausschlussverfahren vor, prüfen also peu à peu alle möglichen Todesarten.

Die Angelegenheit wird innerhalb der Polizei nach MAZ-Informationen nicht allzu hoch gehängt. Das Landeskriminalamt soll nicht in die Ermittlungen eingebunden sein – das wäre in einem Fall von Terror-Verdacht oder großangelegter organisierter Kriminalität der Fall.

Spionage unwahrscheinlich

Falsche Identitäten legen sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu. Spionage ist nur eine Möglichkeit, die im Teltower Fall aber unwahrscheinlich erscheint. Gefälschte Personaldokumente gebrauchen zum Beispiel Betrüger, die mit Hilfe der Papiere bei verschiedenen Banken Konten eröffnen und dann die Dispositionskredite in Anspruch nehmen. Selbst Heiratsschwindler nutzen falsche Personendaten. Wer der Teltower Tote nun wirklich ist, wird erst nach einem DNA-Abgleich feststehen. Ob er als straffällig bekannt ist, wird dann eine Datenbankabfrage ergeben.

Das Hotel, in dem der Tote lag, liegt an einer Durchgangsstraße in Teltow (Potsdam-Mittelmark), nahe der Berliner Stadtgrenze. Die Zimmerpreise liegen zwischen 42 und 65 Euro. Zu den Umständen, unter denen die Hotelangestellte den Mann fand, wollte das Hotelmanagement keine Stellung beziehen.

Von Ulrich Wangemann

Brandenburg Verfahren gegen NPD-Mann Maik Schneider - Prozess neigt sich dem Ende zu
17.01.2017
Brandenburg Gescheitertes NPD-Verbotsverfahren - Enttäuschung in Brandenburg über NPD-Urteil
17.01.2017