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Brandenburg Erster selbstfahrender Bus Brandenburgs wird in Wusterhausen getestet
Brandenburg Erster selbstfahrender Bus Brandenburgs wird in Wusterhausen getestet
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07:36 20.05.2019
Selbstfahrender Testbus EZ 10 in Mannheim. Quelle: Foto: Anspach/dpa
Wusterhausen

Sie sehen aus wie eine große Seilbahngondel und sind mittlerweile im Testbetrieb in einigen  deutschen Städten unterwegs. Nach mehrmonatiger Verspätung soll bald auch in Brandenburg der erste automatisch fahrende Kleinbus über öffentliche Straßen rollen, kündigte das Verkehrsministerium auf eine Grünen-Anfrage im Landtag an. In Wusterhausen/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) soll untersucht werden, wie automatisierter Verkehr in ländlichen Regionen funktioniert. 

Drei Viertel des Geldes kommt vom Bund

Das rund zwei Millionen Euro teure Forschungsvorhaben wird vom Bundesverkehrsministerium mit 1,54 Millionen Euro gefördert, den Rest steuern die regionalen Projektpartner bei. Beteiligt sind die Ostprignitz-Ruppiner Personenverkehrsgesellschaft (OPR), die Regionalentwicklungsgesellschaft Nordbrandenburg (REG) sowie die Technischen Universitäten Berlin und Dresden.

„In einer ersten Stufe verknüpfen wir den Stadtkern mit dem Bahnhof und einem Supermarkt, in der zweiten binden wir eine Stadtrandsiedlung an“, schildert REG-Projektleiterin Nicola Krettek. Der Minibus fährt auf einer festgelegten Strecke wie auf einer digitalen Schiene. Sensoren gleichen dabei die Umgebung mit den programmierten Daten ab. Vorerst ist ein Operator an Bord, der das Fahrzeug per Hand mit einem Joystick steuern kann. „Bei einem Hindernis auf der Strecke, wie einem falsch geparkten Auto, stoppen Sensoren die Fahrt. Die Begleitperson lenkt den Bus dann um das Hindernis herum“, erläutert Krettek. Der Bus verkehrt im Stundentakt, abgestimmt auf den Fahrplan von Bahn und Regiobussen.

75 Prozent finden den autonomen Bus gut

Bei einer Befragung von rund 700 Einwohnern der Gemeinde durch eine Forschergruppe der TU Dresden nannten 75 Prozent den Test sinnvoll. Der Verkehrspsychologe Pascal Friebel, der die Umfrage mit einem Team durchführte, sagte: „Vor allem ältere Menschen erwarten, dass sich ihre Mobilität dadurch verbessert.“

Der in Wusterhausen/Dosse eingesetzte Bus EZ 10 wird voraussichtlich mit sechs Sitzplätzen zugelassen.

Von Manfred Rey