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Brandenburg Ex-DLRG-Chef unter Untreue-Verdacht
Brandenburg Ex-DLRG-Chef unter Untreue-Verdacht
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00:50 05.07.2014
Armin Zimmermann. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Das bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Sarah Kress, am Mittwoch der MAZ. Details wollte sie mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht nennen.

Nach MAZ-Informationen liegt eine Anzeige einer Einzelperson gegen Zimmermann vor. Der Verband hatte auf eine Anzeige gegen seinen Ex-Chef verzichtet, der sich 2010 für private Zwecke Geld vom Verein geborgt hatte. Nicht nur Zimmermann, sondern das gesamte Präsidium war Ende Juni zurückgetreten.

„Das ist eine schwierige Situation für uns“, sagte der Landesvorsitzende der DLRG-Jugend, Robert Büschel, am Mittwoch der MAZ. In einer Erklärung im Internet ruft er Mitglieder und Förderer der DLRG zur Besonnenheit auf: „Öffentliche Diskussionen auf der Grundlage von Mutmaßungen oder Schuldzuweisungen“ seien nicht hilfreich. Der bestehende Vorstand arbeite „mit Hochdruck und rund um die Uhr“, denn auch für ihn sei es „eine bisher einmalige Situation.“ Bei einer außerordentlichen Vorstandssitzung soll Donnerstagnachmittag ein Notvorstand benannt und das weitere Vorgehen beraten werden.

Jahresumsatz von 250.000 Euro

  • 3200 Mitglieder in 29 Kreis- und Ortsverbänden zählt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Brandenburg.
  • Der Landesverband mit Sitz in Potsdam wurde 1990 gegründet.
  • Der Jahresumsatz des ehrenamtlich arbeitenden Landesverbandes liegt bei rund 250 000 Euro.
  • Die Wasserwacht im Deutschen Roten Kreuz ist neben der DLRG die zweite große Hilfsorganisation zur Wasserrettung in Brandenburg.
  • 700 Quadratkilometer Wasserfläche mit 3087 Seen und 33 000 Kilometern Fließgewässer gibt es in der Mark. DLRG, Wasserwacht und Arbeiter-Samariter-Bund bewachen einen Teil der Gewässer. mak

Zimmermann hatte wie berichtet 2010 einen zinslosen Darlehensvertrag in unbekannter, vermutlich fünfstelliger Höhe mit seinem Verband geschlossen. Innerhalb von drei Monaten habe er das Geld zurückgezahlt, dem Verband sei kein Schaden entstanden, hatte der 47-Jährige gegenüber der MAZ erklärt. Seine damaligen Stellvertreter und der Schatzmeister hätten die Transaktion abgesegnet, die erst jetzt, bei einer Revision durch ehrenamtliche Wirtschaftsprüfer des Landesverbandes beanstandet und an den Bundesverband gemeldet wurde. Verbandsgelder – Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördermittel – seien „nicht satzungsgemäß“ verwendet worden, so die Revisoren.

Zimmermann begründete den Rücktritt nicht mit dem Kredit aus der Vereinskasse, sondern damit, dass ihn der Bundesvorstand unter Druck gesetzt habe. Auch die beiden Vize-Chefs hatten aus dem Grund vor einer Woche überraschend ihr Amt niedergelegt.

Vor sechs Wochen erst hatte eine andere Brandenburger Hilfsorganisation die Potsdamer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen: Der frühere Bereitschaftsleiter der Roten Kreuzes im Kreis Potsdam/Zauche-Belzig soll einen Einsatzwagen regelmäßig für Privatfahrten genutzt haben. Mitarbeiter erstatteten Anzeige. Die Ermittlungen in dem Fall dauern noch an, so Staatsanwältin Kress.

Von Marion Kaufmann

Gegen die Augenärztin aus Cottbus, die gesetzlich Krankenversicherten Privatsprechstunden anbot, ist eine Geldbuße verhängt worden. Der Disziplinarausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) befand am Mittwoch, die Frau habe ihre Pflichten verletzt, so ein KVBB-Sprecher. Auch wurde über ihre Zulassung befunden.

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