Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Experten fordern Idiotentest ab 1,1 Promille
Brandenburg Experten fordern Idiotentest ab 1,1 Promille
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 28.04.2015
Trinken und Autofahren: ein gefährliches Doppel.
Trinken und Autofahren: ein gefährliches Doppel. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Mit Blick auf die gestiegene Zahl von Alkohol- und Drogenfahrten in Brandenburg (MAZ berichtete) fordern Verkehrsexperten der Dekra ein härteres Vorgehen: Es sollte überprüft werden, ob die Fahreignung künftig schon bei 1,1 Promille nachgewiesen werden muss, sagte Dekra-Gebietssprecher Mario Schwarz. Bisher liegt die Toleranzschwelle bei 1,6 Promille. Wenn Autofahrer damit erwischt werden, müssen sie zur medizinisch-psychologischen Untersuchung, im Volksmund „Idiotentest“ genannt. Außerdem sprachen sich die Dekra-Experten für elektronische Wegfahrsperren aus. Um einen Wagen zu starten, müssen Autofahrer zuvor ihren Atemalkohol testen lassen. Betrunkene Fahrer sollen so gar nicht erst am Straßenverkehr teilnehmen können. Die verpflichtende Umrüstung der Autos ist jedoch umstritten.

Brandenburger immer häufiger berauscht unterwegs

In Brandenburg stieg vergangenes Jahr die Zahl der Unfälle im Zusammenhang mit Alkohol gegenüber 2013 um 2,6 Prozent auf 1165. 578 Menschen wurden verletzt, 16 Prozent mehr als 2013. Außerdem wurden mehr drogenbedingte Unfälle registriert: Mit 107 waren es 2014 doppelt so viele wie noch vor vier Jahren.

Von einer „positiven Trendwende“ sprach Mario Schwarz jedoch im Zusammenhang mit dem deutlichen Rückgang der Verkehrstoten auf Brandenburgs Straßen um 18 Prozent auf 139. „In Brandenburg ist viel passiert“, erklärte Schwarz. So seien die Alleen durch Tempolimits und Leitplanken entschärft worden, außerdem zeige die Verkehrsaufklärung Wirkung. „In Brandenburg herrscht eher Entspannung im Straßenverkehr, während in Berlin die Aggressivität zunimmt“, so Schwarz.

Senioren sind im Straßenverkehr besonders gefährdet

In der Hauptstadt starben 52 Menschen bei Verkehrsunfällen, ein Zuwachs von mehr als 40 Prozent. Bezogen auf die Einwohnerzahl belege Brandenburg jedoch immer noch einen negativen Spitzenplatz, so Schwarz: Auf eine Million Einwohner kämen in der Mark 57 Unfalltote, in Berlin nur 15.

Zunehmend problematisch ist aus Sicht der Dekra auch die Zahl der im Straßenverkehr getöteten älteren Menschen. In Berlin waren vergangenes Jahr mehr als 40 Prozent der Verkehrstoten Senioren, in Brandenburg immerhin noch 27 Prozent. Deswegen sei es wichtig, Fahrsicherheitskurse speziell für Senioren auszubauen, erklärte Schwarz.

Von Torsten Gellner

Brandenburg Nach gescheiterter Erzieher-Tarifrunde - 900 Brandenburger Kitas von Streik bedroht
28.04.2015
Brandenburg Städte- und Gemeindebund fordert wissenschaftlichen Beweis - Bürgermeister wettern weiter gegen Kreisreform
28.04.2015
Brandenburg Arbeitskampf im Nahverkehr in Brandenburg - Streik geht weiter – Verdi kämpft mit Streikbrechern
28.04.2015