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Brandenburg FBI lässt Dealer aus Brandenburg auffliegen
Brandenburg FBI lässt Dealer aus Brandenburg auffliegen
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11:38 26.01.2017
Quelle: dpa
Brandenburg/H

Die amerikanische Bundespolizei FBI hat der deutschen Polizei entscheidend geholfen, einen Drogenhändler aus Brandenburg/Havel samt Komplizen festzunehmen. Mark W. (31) nutzte für seine Geschäfte die berüchtigte Internet-Plattform „Silk Road“ (Seidenstraße), scheffelte Geld ohne Ende und protzte in seiner Heimatstadt mit dicken Sportwagen. Der Prozess gegen den Brandenburger und drei Helfer läuft gerade vorm Landgericht Potsdam.

Silk Road war ein virtueller Schwarzmarkt für Drogen, Waffen, Kinderpornografie und sogar Auftragsmörder. Die Handelsplattform galt als eine der ausgereiftesten und größten kriminellen Marktplätze im Internet.

So kam der Zeitsoldat zum Drogengeschäft

Zeitsoldat Mark W. liest davon im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und will fortan mitverdienen. Der computertechnisch beschlagene Brandenburger erschließt sich die Feinheiten des Silk-Road-Systems, nimmt anonymisiert Kontakt zu Drogenlieferanten in den Niederlanden auf, holt seinen alten Schulfreund Cornelius M. (31) als Partner ins Boot und öffnet bei Silk Road den Internet-Drogenladen „Afterhour“ .

Im April 2012 lassen sich die beiden Brandenburger die ersten 5000 Pillen Ecstasy schicken, um sie über ihre Afterhour-Seite im Dark Net weiterzuverkaufen. „Die Geschäfte nahmen rasend zu, die Mengen wurden immer größer“, gesteht Mark W. vor den Richtern. Nach der Auswertung des FBI wird die Brandenburger Silk-Road-Seite bald zur viertgrößten der Welt.

Ein internationales Geschäft

Im Folgenden bleibt es nicht bei Ecstasy. Andere gefährliche Partydrogen wie MDMA, weitere Amphetamine, aber auch Kokain und Marihuana nimmt Mark W. ins Angebot. Von seiner Bundeswehrstube aus wickelt er die Geschäfte ab. Die anderen drei portionieren das Rauschgift und machen es für die insgesamt 5400 Bestellungen versandfertig.

Das illegale Geschäft läuft international, auch in den USA gibt es Kunden. Für ihre Bezugsquelle sei es zu riskant gewesen, selbst nach Amerika zu liefern, erklärt Mark W. der 2. Strafkammer. Denn Päckchen aus Holland würden vom dortigen Zoll beargwöhnt, während Sendungen aus Deutschland in aller Regel ungeprüft durchgehen.

Vom Verkäufer zum Fernsehprotzer

Mark W., der Kopf des Brandenburger Unternehmens, lebt gut vom Drogenhandel. Er erwirtschaftet einen Millionenumsatz. Der Mann, der einst die Jacken von Brandenburger Discogängern auf den Bügel hängte, sorgt plötzlich mit zwei schnittigen Audis für Aufsehen in der Havelstadt, reist auf die Seychellen, geht schick essen, führt im Fernsehen seine tolle Eigentumswohnung vor und erzählt vor der Kamera, dass er sein Geld mit dem Bitcoin-Handel verdiene.

Drei Monate bevor das FBI Silk Road am 1. Oktober 2013 hochgehen lässt, sitzen Mark W. und seine Bande bereits in U-Haft, festgenommen nach einer großen Drogenrazzia in den Ländern Brandenburg, Berlin und Bayern.

Inzwischen steht das Quartett vor Gericht. Für ihre Geständnisse hat das Gericht ihnen Strafmilderung versprochen. Mark W. wird demnächst zu einer Haftstrafe zwischen vier Jahren, acht Monaten und sechs Jahren verurteilt. Seine Komplizen sollen geringere Gefängnisstrafen erhalten. Einer kommt wohl mit Bewährung davon.

Von Jürgen Lauterbach

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