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Brandenburg Nach der Schule – wie wäre es mit einem FSJ, FÖJ oder BFD?
Brandenburg

FSJ, FÖJ oder BFD: Was nach der Schule für Freiwilligendienste möglich sind

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15:48 21.02.2021
In Brandenburg ist im Freiwilligendienst ökologische Arbeit sehr beliebt.
In Brandenburg ist im Freiwilligendienst ökologische Arbeit sehr beliebt. Quelle: Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd)
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Potsdam

Tausende machen es bereits. Allein in Brandenburg leisten rund 2500 Menschen ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, sind im Bundes- oder Auslandsfreiwilligendienst tätig. „Die Zahl ist in den letzten Jahren angestiegen, es könnte schon bald an verfügbaren Stellen fehlen“, sagt Sonja Strieben, zuständige Referentin beim brandenburgischen Landesverein des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes, bei dem viele Fäden der verschiedenen Varianten des Freiwilligendienstes zusammenlaufen. Es sei eine „vielseitige Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig etwas für andere zu tun“. Auch ehemalige Freiwillige berichten Ähnliches: „Ich habe in dem Jahr unglaublich viel dazugelernt. Nicht nur über den Umgang mit den Kindern oder Kollegen sondern habe mich selbst auch weiterentwickelt“, berichtet etwa eine junge Frau über ihre Arbeit in einem brandenburgischen Kindergarten.

Wo kann der Bundesfreiwilligendienst geleistet werden?

Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Es gibt die Kinder- und Jugendhilfe, die Jugendarbeit, die Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege oder die Behindertenhilfe des sozialen Jahres. Zudem kann ein ökologisches Jahr etwa im Umwelt- und Naturschutz geleistet werden. Es existieren Einsatzmöglichkeiten im Zivil- und Katastrophenschutz, im Sport-Bereich, in der Integrationsarbeit, der Bildung oder Kulturpflege. In Brandenburg sei auch die Denkmal- sowie Gartendenkmalpflege sehr beliebt, weiß Strieben. Im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IFD), dem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) und dem vom Land geförderten Programm „Jugend für Entwicklungszusammenarbeit“ gibt es auch die Möglichkeit ins Ausland zu gehen.

Wer kann den Freiwilligendienst absolvieren?

Nicht nur Schulabgänger, sondern im Grunde alle, die sich engagieren oder einfach mal etwas anderes machen wollen.

Wie lang dauert der Freiwilligendienst?

In der Regel zwölf Monate. Es ist aber auch möglich, den Dienst auf sechs Monate zu verkürzen oder 18 Monate zu verlängern.

Welche Vergütungen sind möglich?

In der Regel gibt es ein Taschen- und Verpflegungsgeld, dessen Höhe von der Einsatzstelle festgelegt wird. In Brandenburg existiert bei den sozialen Diensten eine Höchstgrenze von rund 380 Euro. Zudem können die Kosten für eine Unterkunft bezuschusst und die nötige Berufsbekleidung gestellt werden. Je nach Einsatzstelle gibt es teils Zentralunterkünfte oder Gemeinschaftsverpflegungen. Während des Freiwilligendienstes bist Du sozialversichert. Die Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung werden von der Einsatzstelle übernommen. Alle Freiwilligen erhalten zudem einen Freiwilligenausweis, der mit möglichen Vergünstigungen verbunden ist. Dazu zählen ermäßigte Eintrittsgelder etwa im Museum oder Schwimmbad sowie günstigere Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr. In Berlin-Brandenburg etwa kann ein Freiwilliger das sogenannte Azubi-Ticket für 365 Euro jährlich erwerben, das für alle Fahrten im Verkehrsverbund (VBB) gilt. Für die Eltern besteht weiterhin Anspruch auf Kindergeld.

Wo sind Bewerbungen möglich?

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren , Frauen und Jugend gibt es eine Liste mit Trägern, die eine Einsatzstelle für ein Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr (FSJ/FÖJ) anbieten. Auch das brandenburgische Bildungsministerium hat eine Website für Freiwilligendienste eingerichtet. Natürlich kannst Du auch eine Einrichtung, die Dich interessiert, direkt ansprechen und dich dort bewerben.

Was bringt ein Freiwilligenjahr für den späteren Berufsweg?

Nach Abschluss erhalten alle Freiwilligen ein qualifiziertes Zeugnis. Neben den Bereicherungen für Dein persönliches Leben dokumentiert es die Einsatzfelder, die für deinen weiteren Berufsweg wichtig sein könnten und in ihre Besonderheiten. Zudem sagt es etwas über deine eigenen Qualitäten aus. Das Freiwilligenjahr erweitert in jedem Fall deine Berufserfahrungen und zeigt Bereitschaft zum Engagement.

An wen kannst Du Dich mit Fragen wenden?

Es gibt ein Informationsangebot des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: Tel.: 0221/36730, E-Mail: info@bundesfreiwilligendienst.de

Hier geht es zur E-Beilage „MAZubi digital“Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Gerald Dietz