Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Chinesen bewerben sich verstärkt in Brandenburg
Brandenburg Chinesen bewerben sich verstärkt in Brandenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:40 28.07.2019
Pflegekräfte werden dringend gesucht. Quelle: Marijan Murat/dpa
Potsdam

Die Zahl ausländischer Pflegekräfte in Brandenburg steigt an. Beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) gingen im vergangenen Jahr knapp 280 Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege ein. 2016 waren es noch knapp 120, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte.

Die meisten ausländischen Pflegekräfte, die 2017 das Anerkennungsverfahren durchlaufen haben, stammen nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg aus China (39), den Philippinen (29) und Polen (28).

Pflegedienste beklagen schleppende Verfahren

Die Pflegebranche in Deutschland leidet unter einem starken Fachkräftemangel. Der Bedarf wird insbesondere in Brandenburg mit seinem hohen Altersdurchschnitt erheblich ansteigen. Seit einigen Jahren werben Pflegedienste deswegen im Ausland um Mitarbeiter. So auch Michaela Lorenz, ASB-Geschäftsführerin in Cottbus. Sie hat bisher vor allem negative Erfahrungen gemacht. Sie beklagt das Anerkennungsverfahren als zu bürokratisch. Sie sei mit dem Versuch gescheitert, zwei ausgebildete Pflegemanagerinnen aus Bosnien in ihrem Unternehmen anzustellen.

Da das Anerkennungsverfahren zu lange dauere, habe sich eine der Frauen inzwischen nach Berlin orientiert. „Sie haben fünf Jahre in ihrer Heimat studiert und sollen hier nur als Pflegehelfer arbeiten dürfen“, sagte Lorenz. Es gebe in der Lausitz Pflegeeinrichtungen, deren ausländische Mitarbeiter für kurze Zeit nach Sachsen umziehen, weil das Anerkennungsverfahren dort einfacher laufe, so Lorenz.

Ministerium: Verfahren dauern im Schnitt sechs Wochen

„Eine bessere und schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist unerlässlich“, sagt auch Andreas Kaczynski, Vorsitzender der Liga und Chef des Paritätischen Landesverbands Brandenburg. „Ausländische Pflegekräfte sind aber nur ein Teil der Antwort. Wir brauchen generell mehr Anerkennung des Berufs.“

Das Brandenburger Gesundheitsministerium wies die Kritik an überlangen Anerkennungsverfahren zurück. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der Anträge liege bei etwa sechs Wochen, je nachdem, ob alle geforderten Dokumente wie Sprachzertifikate, Führungszeugnisse vorliegen, teilte Ministeriumssprecherin Gerlinde Krahnert mit.

Patientensicherheit muss gewahrt werden

„Die Kritik an den aufwendigen und langsamen Anerkennungsprozessen ist nicht neu und nichts Brandenburg-Spezifisches. Es begleitet die Arbeit der meisten Anerkennungsbehörden für Gesundheitsberufe in Deutschland“, sagte sie.

Der Prozess der Anerkennung von Berufsabschlüssen sei jedoch komplex und zeitintensiv, räumte sie ein. Das geschehe auch im Sinne der Patientensicherheit: Es müsse stets sichergestellt werden, dass der Patientenschutz gewahrt bleibe. „Gesundheitsberufe arbeiten mit und an kranken Menschen. Fehler in der Berufsausübung können existenzielle Auswirkungen haben“, sagte sie.

Länderübergreifende Gutachtenstelle

Allerdings sollen die Verfahren beschleunigt werden. So wurde eine länderübergreifende Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe eingerichtet, die in strittigen Fällen Echtheitsprüfungen von Zeugnissen und anderen Dokumenten durchführt und die Gleichwertigkeit von Ausbildungen einschätzt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war unlängst ins Kosovo gereist, um für Pflegeschüler für eine Berufsaufnahme in Deutschland zu gewinnen. Es gehe nicht darum, anderen Ländern Pflegekräfte wegzunehmen, sondern darum, „dass wir mit Ländern kooperieren, die über den eigenen Bedarf hinaus bei der jungen Bevölkerung ausbilden, und das ist hier der Fall“. Insofern sei das Kosovo ein Musterland für eine Kooperation, bei der beide Seiten etwas davon hätten.

Lesen Sie auch: So steht es um die Pflege in Brandenburg

Von Torsten Gellner

Brandenburg Streit um Hohenzollern-Entschädigung - Preußen-Prinz kritisiert Indiskretionen

Im Streit um staatliche Entschädigungen hat sich der Prinz von Preußen zu Wort gemeldet. In einem Interview beklagt er Indiskretionen während der Geheimverhandlungen und berichtet davon, dass seiner Familie schon zu DDR-Zeiten ein Wohnrecht in Cecilienhof angeboten worden sei.

28.07.2019

Die Sorben haben zwar ein eigenes Parlament, doch in den Landtagen von Brandenburg und Sachsen fühlen sie sich nur unzureichend vertreten. Muss deshalb nun eine eigene Sorben-Partei her?

28.07.2019

„Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee...“, sang Nina Hagen in einem ihrer Hits. Für viele Ostdeutsche war die Ostsee vor dem Mauerfall alljährliches Urlaubsziel. Andere reisten mit dem Trabi nach Karlsbad, zum Balaton oder ans Schwarze Meer - so manche Mühen inklusive.

28.07.2019