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Brandenburg So sucht die Polizei nach Autokennzeichen
Brandenburg So sucht die Polizei nach Autokennzeichen
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00:22 09.03.2019
Kfz-Kennzeichen aus Brandenburg. Quelle: dpa/Patrick Pleul
Potsdam

Im Fall der vermissten Schülerin Rebecca Reusch aus Berlin-Britz hat die automatische Kennzeichenerfassung, die Brandenburgs Straßen überwacht, eine heiße Spur ins Märkische geliefert: Der in Untersuchungshaft befindliche Schwager der 15-Jährigen soll am 18. Februar um 10.47 und am 19. Februar um 22.39 Uhr auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) fotografiert worden sein.

Dieser Twingo wurde auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder registriert. Quelle: Polizei Berlin

Zumindest speicherte die Kennzeichenkamera das Nummernschild eines himbeerroten Renault Clio, welchen zur mutmaßlichen Tatzeit nur der 27-Jährige benutzen konnte – das teilte die Berliner Mordkommission am Mittwoch mit.

Suche war nicht bewusst aktiviert

Wie funktioniert das mobiles Kennzeichenerfassungssystem namens „KESY“? Seit dem Jahr 2010 sind die unauffälligen Apparate installiert. Elf Anlagen betreibt die Polizei landesweit. Zu den Standorten macht das Polizeipräsidium keine Angaben. Die Kameras werden scharf geschaltet, wenn ein bestimmtes Fahrzeug gesucht wird, eine generelle Datenerhebung ohne Anlass ist auf der derzeitigen rechtlichen Grundlage nicht erlaubt.

Im Fall Rebecca Reusch (15) war noch keine Straftatat angezeigt oder bekannt, als die Polizei-Kamera das Auto der Familie auf der A12 erfasste. Das System war also nicht auf die Suche nach dem Renault angesetzt. Jedoch waren Datensätze mit Autonummern in einem oder mehreren anderen Strafverfahren auf Anweisung von Behörden gesichert worden. Auf diese Bestände konnte die Mordkommision nun zurückgreifen, wie es aus Polizeikreisen heißt. Also liefert das System gleich zwei Treffer.

200.000 Euro pro Spähautomat

2017 wurde das System in Brandenburg in 126 Fällen eingesetzt, dabei lieferte das System 22 Treffer – neuer Zahlen sind nicht veröffentlicht. In 108 Fällen suchten die Behörden Vermissten oder suizidgefährdeten Menschen, sechsmal wurden die Kameras zur „Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr“ beziehungsweise für eine Identitätsfeststellung genutzt, in zwölf Fällen galt der Einsatz dem „Verhindern unmittelbar bevorstehender Straftaten“ – beispielsweise anlässlich der Einreise eines international agierenden Fahrzeugdiebs.

Polizeiintern wird die Kameratechnik als wichtiges Ermittlungsinstrument angesehen. Etliche Fälle hätten bereits dank dieser Spähautomaten gelöst werden können. Einer kostet laut Polizeiangaben 200.000 Euro.Vom Äußeren sind sie für Laien nicht zu erkennen. Sie erfassen ähnlich der üblichen Blitzer per Kamera das Nummernschild, aber nicht die Frontscheibe des Fahrzeugs. Der Fahrer des Wagens ist damit nicht zu identifizieren.

>>Lesen Sie auch: Mit diesen Fotos sucht die Polizei nach neuen Zeugen im Fall Rebecca

Von Ulrich Wangemann

Im Fall Rebecca wurde der Schwager erneut verhaftet. Sein Auto wurde am Tag ihres Verschwindens auf dem Weg nach Frankfurt/Oder gesehen – nun startet die Polizei einen neuen Zeugenaufruf.

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