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Brandenburg Anrufe von falschen Polizisten nehmen sprunghaft zu
Brandenburg Anrufe von falschen Polizisten nehmen sprunghaft zu
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00:23 06.04.2019
Die Betrüger spielen am Telefon vor, von der Polizei zu sein, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Potsdam

Immer häufiger werden Brandenburger Opfer von falschen Polizisten, die ihnen Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände abknöpfen. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der von der Polizei erfassten Fälle von acht auf 100 an, wie das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage mitteilte. Dabei entstand im vergangenen Jahr ein Schaden von 260.000 Euro. Doch das ist nach Einschätzung der Ermittler nur die Spitze des Eisbergs.

Die tatsächliche Zahl der Betrugsfälle dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Eine Dunkelfeldanalyse sei in diesem Bereich nicht möglich, teilte LKA-Sprecherin Karina Schulter mit. Anzeigen zu versuchten Betrugsmanövers, bei denen es am Ende nicht zu einer Geldübergabe kommt, werden von der Polizei gar nicht statistisch erfasst. Außerdem müsse für eine Aufnahme in die offizielle Polizeistatistik der Tatort bekannt sein. Doch die Betrüger operieren oft per Telefon aus dem Ausland heraus.

Goldbarren vor die Tür gelegt

Der „Modus Operandi“ sei stets ähnlich, so LKA-Sprecherin Schulter. Vor allem ältere Menschen werden angerufen, wobei mittels einer Software der Eindruck erweckt werde, der Anruf komme von der Nummer 110. Die Täter geben sich als Polizisten aus, die Falschgeld sicherstellen wollen. Oder sie wollen von einem bevorstehenden Einbruch erfahren haben und bieten nun an, jemanden vorbeizuschicken, der Wertgegenstände und Geld in Sicherheit bringt.

>> Lesen Sie auch: So schützen Sie sich vor fiesen Betrügern

Ein kurzer Überblick über die Fälle der vergangenen vier Wochen: Eine Teltower Seniorin deponierte einen Goldbarren vor der Haustür, nachdem sie per Telefon von einem falschen Polizisten dazu angewiesen worden war. Auch in Potsdam und Brandenburg/Havel gingen Fake-Anrufe ein: Einmal ging es um die Warnung eines bevorstehenden Einbruchs, ein anderes Mal wurde ein Unglück von Familienangehörigen inszeniert, weswegen nun eine Auslöse-Summe zu zahlen sei.

Der Trick mit der Fehlüberweisung

Ein älteres Ehepaar aus Frankfurt (Oder) übergab Mitte März Geld, nachdem sich zuvor ein angeblicher Beamter des Bundeskriminalamtes am Telefon gemeldet und mit einer Festnahme wegen Steuerhinterziehung gedroht hatte. Und ein 78Jähriger in Potsdam-Mittelmark händigte einen fünfstelligen Betrag an einen vermeintlichen Ordnungshüter aus, der behauptet hatte, es handele sich dabei um Falschgeld.

In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) erhielt eine Senioren einen Anruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters, der auf eine Fehlüberweisung auf ihrem Konto hinwies. Dann wurde die Frau mit einem angeblichen Polizisten verbunden, der sie über ihre Vermögensverhältnisse ausfragen wollte. Darauf ließ sich die vorsichtige Rentnerin aber nicht ein.

„Opfer schämen sich“

Auch die Opferorganisation der „Weiße Ring“ geht davon aus, dass nur ein Bruchteil der Fälle bei der Polizei gemeldet werden. „Die Opfer zeigen das nicht an, weil sie sich schämen“, sagte Martin Gronwald von der Außenstelle in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark). „Das Dunkelfeld ist deswegen sicher sehr groß.“ Die Masche mit den falschen Polizisten sei besonders dreist, weil die vermeintlichen Ordnungshüter Autorität ausstrahlen und die Betrüger mit der Angst der Opfer vor einem Einbruch spielen.

„Wenn man sich nicht sicher ist, wer da anruft, sollte man sofort die echte 110 oder die nächste Polizeidienststelle anrufen und den Vorfall schildern“, rät Gronwald, der selbst ein pensionierter Kriminalhauptkommissar ist. Wenn jemand vor der Tür steht und sich als Polizist ausgibt, sollten man sich auf jeden Fall den Dienstausweis und die Dienstmarke zeigen lassen.

Auch das Landeskriminalamt rät zur Skepsis. „Die Polizei ruft nicht unter einer anonymen Nummer oder mit der Nummer 110 an“, erklärte Karina Schulter. Außerdem stelle die Polizei am Telefon keine Fragen über persönliche Vermögensverhältnisse. „Erstatten Sie eine Anzeige, wenn Sie solch einen Anruf erhalten“, sagte sie, auch für den Fall, dass kein Schaden entstanden sei.

Von Torsten Gellner

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