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Brandenburg Feine Sahne Fischfilet: Bezirk Spandau droht dem Konzertveranstalter
Brandenburg Feine Sahne Fischfilet: Bezirk Spandau droht dem Konzertveranstalter
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14:41 26.09.2019
Jan „Monchi“ Gorkow, Sänger von Feine Sahne Fischfilet, beim Open-Air Konzert in der Zitadelle Spandau auf. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Ein Auftritt von Feine Sahne Fischfilet in der Zitadelle Spandau am 23. August diesen Jahres hat Konsequenzen. „Der Veranstalter Festsaal Kreuzberg wird für Konzerte auf der Zitadelle Spandau nicht mehr zugelassen“, teilte das Büro des Spandauer Kultur-Bezirkstadtrates Gerhard Hanke (CDU) am Donnerstag auf Anfrage mit. In der Bezirksversammlung soll Hanke den Kommunalpolitikern darüber hinaus zugesichert haben: „Sie werden diese Gruppe dort nicht mehr sehen.“

Auf Anfrage des „Tagesspiegel“ ruderte Hanke inzwischen zurück und präzisierte: Die Band sei ihm egal, es gebe kein wie auch immer geartetes „Hausverbot“. Es werde aber künftig keine Zusammenarbeit des Bezirks (dem die Zitadelle gehört) mit dem Festsaal Kreuzberg geben.

Das Bezirksamt beanstandet demnach unter anderem, dass im Umfeld des Konzerts eine „ausdrücklich nicht genehmigte“ politische Veranstaltung durchgeführt worden sei.

Zuschauer halten vor dem Open-Air-Auftritt von Feine Sahne Fischfilet in Spandau Plakate gegen Rassismus und die AfD hoch. Quelle: dpa

Konzertbesucher hatten Plakate mit dem Slogan „Nie wieder!“ und dem Konterfei von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke mitgebracht. Der Thüringer hebt darauf den rechten Arm zum Hitlergruß – eine Fotomontage zwar, aber inhaltlich nicht komplett abwegig, und angesichts der antifaschistischen Grundhaltung der Band und weiter Teile ihres Publikums auch keine Sensation.

Auf der Bühne fand zudem noch vor dem Auftritt der beiden Vorgruppen ein Podiumsgespräch statt. Dabei ging es um politische Veranstaltungen aus dem rechten Spektrum, die das Bezirksamt Spandau in der Zitadelle genehmigt haben soll. In diesem Zusammenhang wurde auch Kultur-Stadtrat Gerhard Hanke mehrmals namentlich genannt.

Läppische Einlasskontrolle

Weitere Kritikpunkte sind die Pyrotechnik: Im Laufe des Konzerts waren (nicht nur aus der Besuchermenge heraus) etliche Bengalos und Rauchfackeln gezündet worden. Die Einlasskontrollen gingen für eine Freiluftveranstaltung dieser Größenordnung tatsächlich außerordentlich lasch vonstatten. Die Konzertkritik in der MAZ trug dann auch die Überschrift „Punkrock im Multicolor-Nebel“.

Ein weiterer Vorwurf, die Band habe an die Fans in den vorderen Reihen „Alkohol in Glasflaschen“ ausgegeben, ist dagegen nachweislich falsch. Es waren Discounter-Bierflaschen aus Plastik, die von der Band (wie bei jedem Konzert) in die Menge gereicht wurden. Vermutlich wird sich darüber vor allem der Gastronomie-Pächter auf dem Gelände aufgeregt haben – Feine-Sahne-Sänger Jan „Monchi“ Gorkow hatte in seinen Ansagen zudem mehrmals die astronomischen Bierpreise gegeißelt.

Von Thorsten Keller

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