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Brandenburg Fernbus-Preiskampf: Übermüdung hat System
Brandenburg Fernbus-Preiskampf: Übermüdung hat System
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06:21 23.05.2016
Quelle: dpa
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Potsdam

Preisbewusste Passagiere freuen sich über die Schnäppchenangebote der Fernbusanbieter: Für 19 Euro nach München – das hat es zu Zeiten des Bahnmonopols auf Langstrecken nicht gegeben. Die Kehrseite dieses Preissturzes ist eine für alle aufmerksamen Autofahrer offensichtliche Zunahme gefährlicher Situationen. Ein Reisebus, der kurz mal auf die Überholspur oder den Seitenstreifen schlingert – diese Schrecksekunden kennt jeder. Alles zufällige, nicht repräsentative Beobachtungen? Leider nicht.

– Fernbus-Preiskampf: Mehr übermüdete Fahrer

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MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann. Quelle: Bungert

Wenn die Brandenburgische Polizei 350 Fernbusfahrer kontrolliert und bei 305 feststellt, dass sie entweder zu lang hinterm Steuer sitzen oder sich nicht genügend ausgeruht haben, dann hat die Sache System. Angesichts des Preiskampfs, in den auch die Deutsche Bahn mit ihren 19-Euro-Tickets eingegriffen hat, drehen die Busanbieter jeden Euro dreimal um. Jeder Stau bringt die Fahrer angesichts des engen Terminplans in Bedrängnis, denn sie überschreiten ihre zulässigen Arbeitsstunden. Und nicht immer ist ein (für den Anbieter teurer) Ersatzfahrer an Bord. Um Verspätungen aufzuholen, verzichten viele Fahrer auf ihre gesetzlich verordneten Pausen.

Was man dagegen tun kann? Kontrollieren und bestrafen – aber bitte nicht nur die Fahrer, die letztlich die Leidtragenden des Konkurrenzdrucks sind. Was jeder Passagier unternehmen kann: Den Fahrer ansprechen, wenn dieser gähnt oder mal wieder seltsame Dehnübungen auf seinem Sitz macht.

Von Ulrich Wangemann

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