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Brandenburg Die Festivals in Brandenburg
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17:47 10.07.2014
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Potsdam

Den Flieger verpasst, im Gefängnis gelandet oder geistig vollkommen abwesend: Dass Auftritte von Pete Doherty anders laufen als geplant, ist nichts Neues. Diesmal ist es nicht seine Schuld. Am letzten Juliwochenende sollten tausende Babyshambles-Fans mit ihren Idolen „Fuck Forever“ im Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrum in Paaren im Glien (Havelland) grölen. Snoop Dogg, Maximo Park und 50 weitere Bands sollten auftreten. Stattdessen wird es ruhig in Paaren – „Greenville“Chef und Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Creative Talent Carlos Fleischmann sagte das Festival in der vergangenen Woche kurzfristig ab.

Das „Greenville“ war Fleischmanns Baby. Offen, entspannt, familiär und – nomen est omen – grün sollte es sein. Fleischmann setzte auf Windstromenergie, Biodieselaggregate, Pfandbecher und regionale Essensstände.

„Wir sind sehr traurig, unser Festival, in das wir viel Liebe und Arbeit gesteckt haben, absagen zu müssen“, heißt es in einer Stellungnahme. Das Geld für die Eintrittskarten werde zurückerstattet. Fleischmann sagte auch die Deutschlandtourneen von den Backstreet Boys und Snoop Dogg ab – es wurden zu wenige Karten verkauft.

„Das ,Greenville’ hatte den Anspruch, ein professionelles Festival zu werden“, sagt Peter Lehmann vom Brandenburger Rockverband. „Die Kosten dafür liegen im sechsstelligen Bereich“, vermutet er. Gerade bei professionellen Festivals komme es immer mal zu Absagen: „Festivals sind ein wirtschaftliches Risiko.“

Im Sommer 2012 richtete Fleischmann das „Greenville“ zum ersten Mal aus, schrieb den Pachtvertrag für den Park auf zehn Jahre fest – mit Option auf Verlängerung. Bei der Premiere gab Fleischmann das Ziel an, 2014 in die Gewinnzone zu kommen. Doch in diesem Sommer sind für ihn nicht alle guten Dinge drei. Dabei sah es zunächst so gut aus: Im ersten Jahr zählte das „Greenville“ 10.000 Besucher, im zweiten Jahr doppelt so viele.

Die Kosten für ein Festival sind erheblich. Je nachdem, wie die Infrastruktur des Ortes aussieht, müssen Künstler, Strom, Technik, Sanitäranlagen, Bühne, Versicherungen, Personal und Reinigung von den Organisatoren bezahlt werden. Die Sicherheit ist das A und O. Nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg, bei der im Juli vor vier Jahren nach einer Massenpanik 21 Menschen starben und 541 Menschen verletzt wurden, gelten strengere Auflagen für Großveranstaltungen.

„Die hohen Sicherheitsvorschriften befürworte ich absolut“, sagt Markus Ossevorth. Seit 19 Jahren ist er erfolgreicher Festivalveranstalter. Gemeinsam mit seinem Partner Marc-Andre Janizewski organisiert er das Techno-Festival „Nation of Gondwana“, kurz „Nation“. Jährlich feiern tausende Besucher auf einer großen Freifläche mit See in Grünefeld (Havelland). Pro Stunde sind allein 22 Mitarbeiter für die Sicherung der Verkehrs- und Rettungswege angestellt. „Das erhöht natürlich die Ticketpreise“, erklärt Ossevorth.

Der größte finanzielle Posten nach der Technik seien die Gebühren an den Musikrechteverwerter Gema, die prozentual vom Eintrittspreis abhängen. An die Gema muss immer dann bezahlt werden, wenn Musik ihrer Mitglieder öffentlich gespielt wird, ob live oder von Tonträgern. „Die Gema blutet uns aus“, klagt Ossevorth und wünscht sich einen Festival-Tarif.

Ossevorth liebt seine familiäre Version der Loveparade. „Wir sind ein Gesamtkunstwerk“, sagt er. Die Gemeinde steht absolut hinter ihm. Für die Grünefelder gehöre die „Nation“ zum Sommer dazu. „Die Gemeinde ist der Hammer! Vom Bürgermeister bis zur freiwilligen Feuerwehr werden wir unterstützt“, sagt Ossevorth.

„Auf die Kommune bauen zu können, ist für Festivalveranstalter unerlässlich“, sagt Lehmann. Einige Gemeinden besitzen mobile oder fest installierte Bühnen, die kostenlos genutzt werden können. „Manche Kommunen übernehmen die Ausfallbürgschaft bei schlechtem Wetter.“

Wie wichtig der Rückhalt sein kann, erfuhren die Organisatoren des „Bergfunk Openair“ in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) vor zwei Jahren. Die ehrenamtlichen Organisatoren vom Kulturverein Stubenrausch blieben auf einem Schuldenberg von 31.000 Euro sitzen. „Bergfunk“-Fans riefen eine groß angelegte, lokale Rettungskampagne ins Leben: Dank Benefizkonzerten und Spenden wurde das finanzielle Loch gestopft. Das „Bergfunk“ geht in diesem Sommer in die sechste Runde.

Festivalgäste bekommen von den Problemen hinter den Kulissen wenig mit. Mit bunten Brillen und Glitzer im Gesicht tanzen sie über die Wiesen. Die großen Brandenburger Freiflächen bieten ideale Möglichkeiten zum Campen. Die Seenlandschaft sorgt für Badestrände neben der Tanzfläche. Kein Wunder, dass Brandenburg ein beliebtes Festival-Land ist und der Sommer auch ohne „Greenville“ viel zu bieten hat.

1 Antaris ProjectDatum: 11. bis 14. JuliMain-Acts: Juno Reactor, Ace Ventura, Man With No NameOrt: Rhinow/Stölln (Havelland)Musikrichtung: Goa, Techno, Elektro; DJs und Bands aus ganz Deutschland sowie aus dem AuslandKarten: VVK 80 Euro, AK 90 Eurowww.antaris-project.de2 POTY – Passion Of The YouthDatum: 12. JuliMain-Acts: The Love Bülow, Candra, ClaireOrt: Schwedt (Uckermark)Musikrichtung: Rock, Indie; Bands aus ganz DeutschlandKarten: VVK 13 Euro, AK 16 Eurowww.poty-festival.com3 Es schallt im WaldDatum: 12. JuliMain-Acts: YokoO, Alex Q Live Orchester, Ken HayakawaOrt: Klein Muckrow (Oder-Spree) Musikrichtung: House, Techno; deutsche und internationale DJsEintritt: kostenloswww.esschalltimwald.de4 Headache Open AirDatum: 18. bis 20. JuliMain-Acts: Izegrim, Bodyfarm, Dust BoltOrt: Milmersdorf (Uckermark)Musikrichtung: Metal; Bands aus ganz DeutschlandKarten: VVK 20 Euro, AK 25 Euro Tagesticket 16 Eurowww.headache-openair.de5 Blank-It-Open-Air-FestivalDatum: 19. JuliMain-Acts: Killerpilze, The Love Bülow, The Tim Schultheiss OrchestraOrt: Blankenfelde-Mahlow(Teltow-Fläming)Musikrichtung: Rock, IndieKarten: VVK 10 Euro, AK 12 Eurowww.blankit.de6 Nation of GondwanaDatum: 19. bis 20. JuliMain-Acts: Monika Kruse, Dixon, Joel MullOrt: Grünefeld (Havelland)Musikrichtung: Techno, Elektro;deutsche und internationale DJsKarten sind ausverkauftwww.pyonen.de7 Laut und BuntDatum: 19. Juli;Main-Acts: I Heart Sharks, P.O. Box, Trash CandyOrt: Rathenow (Havelland);Musikrichtung: Rock, Indie, Ska;regionale und internationale Bands.Eintritt: kostenloswww.laut-und-bunt.de8 OBO A Oderbruch Open AirDatum: 26. bis 27. JuliMain-Acts: tbaOrt: zwischen Manschnow und Gorgast (Märkisch-Oderland)Musikrichtung: Rock, Indie, Ska, Reggae; regionale NachwuchsbandsEintritt: kostenloswww.oboa.de/wordpress9 VuuvDatum: 7. bis 11. AugustMain-Acts: Astrix, Liquid Soul, AzaxSyndromOrt: Preddöhl/Putlitz (Prignitz)Musikrichtung: Psytrance, Goa;mit internationalen DJs.Karten: VVK 80 Euro,AK 90 Euro.www.vuuvfestival.de10 Rock uff de WeideDatum: 22. bis24. AugustOrt: Schmachtenhagen(Oberhavel)Musikrichtung: Rock, Punk, Ska; Nachwuchsbands aus der RegionKarten: Nur Abendkasse, 15 Euro (Freitag 7 Euro, Samstag 10 Euro); http://leerock307.wix.com/rock-uff-de-weide-11 Bergfunk OpenairDatum: 22. bis 23. AugustMain-Acts: Die höchste Eisenbahn, We Invented Paris, KeuleOrt: bei Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald)Musikrichtung: Ska, Rock, IndieKarten: VVK 19,90 Euro (Freitag 11.95 Euro, Samstag 14,95 Euro)www.bergfunk-openair.de12 Rock am RhinDatum: 22. bis 23. AugustOrt: Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) Musikrichtung: Rock, Metal, Hip-Hop; regionale NachwuchsbandsKarten: 10 Euro ander Abendkasse(Tagesticket 6 Euro)Kein Internetauftritt.13 Beachrock-HeleneseeDatum: 28. bis 30. AugustMain-Acts: Callejon, Emil Bulls, UnearthOrt: Frankfurt (Oder)Musikrichtung: Rock, Indie, Metal; Bands aus ganz DeutschlandKarten: VVK 35 Euro, AK 50 Euro (Tagesticket 29 Euro)www.beachrock-helenesee.de14 Spirit FestivalDatum: 28. bis 31. AugustMain-Acts: Krawallbrüder, Dritte Wahl, PerkeleOrt: Niedergörsdorf (Teltow-Fläming); Musikrichtung: Punkrock, Ska, Oi; deutsche und internationale BandsKarten: VVK 49 Eurowww.spirit-festival.com15 Hangar BangerDatum: 29. bis 30. AugustMain-Acts: Crushing Caspars, Punishable Act, Welcome The EndOrt: Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin); Musikrichtung: Rock, Metal;deutsche und internationale BandsKarten: VVK 15 Eurowww.facebook.com16 Ohne Sorgen FestivalDatum: 29. AugustMain-Acts: Mutabor, Rantanplan, Riders ConnectionOrt: PotsdamMusikrichtung: Rock, Folk, Ska;Bands aus ganz DeutschlandKarten: VVK 16 Euro, erm. 13 Eurowww.facebook.com17 Indian SpiritDatum: 4. bis 8. SeptemberMain-Acts: tbaOrt: Heiligengrabe(Ostprignitz-Ruppin)Musikrichtung: Goa, Trance;deutsche und internationale DJsKarten: VVK 80 Euro;www.indian-spirit.de Quelle: MAZ

Von Anja Meyer

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