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Brandenburg Feuer in der Lieberoser Heide kann Tage andauern
Brandenburg Feuer in der Lieberoser Heide kann Tage andauern
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00:29 28.06.2019
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt bei Löscharbeiten über einem Waldstück in der Lieberoser Heide. Quelle: Bundespolizei/dpa
Potsdam

Die Feuerwehren in Brandenburg kommen nicht zur Ruhe. In der Lieberoser Heide steht eine Fläche von etwa 100 Hektar in Flammen. Die Einsatzkräfte halten den Brand derzeit unter Kontrolle, wie Christian Liebe, Kreisbrandmeister von Dahme-Spreewald, sagte. Die Situation sei derzeit stabil.

„Momentan sieht es gut aus, die Einsatzkräfte haben die Lage im Griff“, sagte der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz. Es werde keine Evakuierung und auch keine Straßensperrung ins Auge gefasst. Am Montagabend hatte Landrat Stephan Loge die Großgefahrenlage ausgerufen. Die Bekämpfung des Feuers gestaltet sich schwierig, weil der Wald als munitionsbelastet gilt.

140 Einsatzkräfte im Einsatz

140 Einsatzkräfte mit über 30 Fahrzeugen waren am Dienstag vor Ort im Einsatz. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei unterstützen die Einsatzkräfte. Der größere Hubschrauber habe einen 2000 Liter Wassertank, der kleinere könne etwa 800 Liter fassen. Das Technische Hilfswerk (THW) pumpe Löschwasser aus einem nahe liegenden See, hieß es. Auch eine mobile Basisstation für den Digitalfunk wurde in das Gebiet gebracht.

Das Brandenburger Innenministerium hat das Koordinationszentrum Krisenmanagement aktiviert. Es rechnet damit, dass sich der Waldbrand angesichts der Witterungslage noch weiter ausbreitet. „Ortschaften sind derzeit jedoch nicht gefährdet“, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD). „Wir richten uns darauf ein, dass der Einsatz in der Lieberoser Heide mindestens noch mehrere Tage, wenn nicht länger als eine Woche andauern wird“.

Wind macht den Helfern zu schaffen

Vor allem der immer wieder drehende Wind hatte den Helfern zeitweise zu schaffen gemacht. Das sei in der jüngsten Lagebesprechung erst einmal kein Thema mehr gewesen, erläuterte Kreissprecher Schulz. Wichtig sei vor allem, dass sich der Brand nicht weiter Richtung „rote Zone“ ausbreite. Da liege alte Munition, weil sich dort ein ehemaliger Truppenübungsplatz befinde. Das Feuer könne in diesem Bereich fast nur aus der Luft bekämpft werden.

Das Gebiet sei zum größten Teil richtiger Waldbestand und bestehe überwiegend aus Kiefern, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel. Die Leitzentrale in der Lausitz meldete eine Rauchbelästigung. Einwohner in umliegenden Ortschaften der Lieberoser Heide sollten Fenster und Türen geschlossen halten, hieß es.

Auch die Leitstellen in Potsdam- Mittelmark und der Stadt Brandenburg hatten von einer Geruchsbelästigung gesprochen. Der Rauch sei durch den drehenden Wind auch Richtung Berlin gezogen, hieß es übereinstimmend.

Amtsdirektor kritisiert Landesregierung

In der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus hatte es bereits im Juli 2018 auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt, Anfang Juni 2019 dann erneut auf 1000 Quadratmetern.

Der Lieberoser Amtsirektor Bernd Boschan kritisierte die Landesregierung angesichts des erneuten Brandes. „Wir hatten letztes Jahr eine Waldbrandserie und haben uns ins Gesicht geschworen, dass wir Schlussfolgerungen ziehen“, sagte Boschan gegenüber dem RBB. „Heute muss ich für mich zumindest sagen, dass die nicht im notwendigen Maße gezogen wurden. Da müssen noch Hausaufgaben gemacht werden", so Boschan.

Ministerium verweist auf Zehn-Punkte-Plan

Das Umweltministerium verwies auf den Zehn-Punkte-Plan, mit dem die Landesregierung auf die Waldbrandserie des vergangenen Jahrs reagiert hat. Der Plan sieht die Modernisierung des Überwachungssystems Fire Watch sowie die zusätzliche Schaffung von Stellen bei den Oberförstereien vor. Außerdem sollen zusätzliche Brunnen geschaffen und die Waldbrandschutzkonzepte für die immer wieder betroffenen ehemaligen Militärflächen bei Jüterbog und in der Lieberoser Heide verbessert werden.

Vor zwei Wochen wurde in der Heide ein Brandschutzstreifen freigegeben, nachdem dort auf 15 Hektar explosive Altlasten beseitigt worden waren. Damit können Rettungskräfte besser vorrücken. „Die Umsetzung des Plans benötigt etwas Zeit. Man kann nicht von heute auf morgen die Altlasten von mehr als Hundert Jahren beseitigen“, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Umweltministeriums.

Feuer bei Jüterbog unter Kontrolle

Ein kleinerer Brand bei Jüterbog hat sich nach Angaben der Feuerwehrleitstelle nicht weiter ausgebreitet. Man fahre nur noch zur „Feuerwache“ hin und kontrolliere die Flächen. Einsatzkräfte seien nicht mehr vor Ort. Vor etwa zwei Wochen brannten dort beim größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz zeitweise 744 Hektar.

Auch in Berlin brach am Dienstag ein Feuer aus. Im Grunewald geriet nahe des Teufelsbergs ein etwa ein Hektar großes Waldstück in Brand. 40 Löschkräfte kämpften gegen die Flammen, weitere Feuerwehrleute waren auf dem Weg. Die Brandursache war zunächst unklar.

Von Torsten Gellner und Jutta Nauschütz

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