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Brandenburg Firmen fürchten um Betriebsgeheimnisse
Brandenburg Firmen fürchten um Betriebsgeheimnisse
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21:52 15.08.2013
Potsdam

Die MAZ fragt zweimal jährlich die 100 größten Arbeitgeber im Land unter anderem nach ihrer Geschäftslage und -erwartung sowie einem aktuellen Thema – in diesem Sommer dem Datenskandal. Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Telefon-, E-Mail und Internet-Verkehr von ausländischen Geheimdiensten mehr oder weniger systematisch überwacht werden. 34,29 Prozent der Befragten gaben nun an, dass ihnen das Sorgen bereitet. 60 Prozent verneinten das, 5,71 Prozent antworteten nicht auf die Frage.

Der Arbeitskreis für Unternehmenssicherheit (Akus) der drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern hält die Sorgen für berechtigt. „Heute gibt es viele Informationen, die nicht in die Hände von fremden Staaten oder Unternehmen gehören“, sagt Geschäftsführer Knut Thiel. Sensible Daten zu Geschäftsbeziehungen, Vertragsinhalten und Erfindungen müssten sicher sein, andernfalls könnten jahrelange Investitionen in Forschung etwa umsonst gewesen sein. Ohne einen Schutz der eigenen Geschäftsdaten kann einem Unternehmen „schnell die Grundlage entzogen werden“, sagt auch die Landesdatenschutzbeauftragte Dagmar Hartge. „Unternehmen müssen das Thema ernst nehmen.“

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) rät allen Firmen, „zu überprüfen, ob die getroffenen Schutzmaßnahmen ausreichend sind“. Laut Akus-Geschäftsführer Thiel haben zumindest große Unternehmen meist ausgeklügelte Sicherheitssysteme. Bei den Mittelständlern, die das Gros der Brandenburger Betriebe ausmachen, sei das Sicherheitsbewusstsein jedoch nicht derart ausgeprägt. Moderne Software, Virenschutz, verschlüsselte Datenübertragung sowie eine Sensibilisierung von Mitarbeitern könnten helfen, sagt die Datenschutzbeauftragte Hartge. Außerdem müsse der Staat Firmen bei der Vorsorge unterstützen, etwa durch die Förderung von Forschung im Bereich IT-Sicherheit.

Kommentar zur Datensicherheit in brandenburgischen Firmen

(Autorin Angelika Pentsi)

Jedes dritte Großunternehmen in Brandenburg macht sich angesichts des NSA-Spähskandals Sorgen um seine Betriebsgeheimnisse – zurecht. Das Thema Datenschutz – soviel weiß man seit Edward Snowdens Enthüllungen – kann nicht ernst genug genommen werden. Auch Mittelständler, die in Brandenburg die breite Wirtschaftsbasis bilden, müssen sich ihre Gedanken machen. Auch sie tragen mit ihren Entwicklungen zu wertvollen Innovationen bei. Panik ist zwar unangebracht, aber ob das Sicherheitsbewusstsein bei einem 150-Mann-Betrieb schon ausreichend ausgeprägt ist, darf zumindest bezweifelt werden. Denn der Verlust von Betriebsgeheimnissen kann auch oder gerade für einen mittelständischen Betrieb den Ruin bedeuten. Datenschützer haben eine Reihe von Tipps parat, wie Unternehmer sich schützen können: Mitarbeiter sollten für Risiken sensibilisiert, die Virenschutzprogramme aktualisiert und Daten nur verschlüsselt übertragen werden. Doch wenn man mal realistisch ist: In den meisten mittelständischen Betrieben fehlen wahrscheinlich sowohl das Know-How als auch das Geld für schlagkräftige Maßnahmen.
Deshalb muss die Politik viel stärker als bisher helfen: nicht nur, indem sie die Überwachung durch Geheimdienste einschränkt, sondern auch mit konkreten Schutzmaßnahmen und Aufklärungsarbeit.

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