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Brandenburg Firmen warten 133 Tage auf neue Mitarbeiter
Brandenburg Firmen warten 133 Tage auf neue Mitarbeiter
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21:04 28.09.2018
In Brandenburg sind weniger als 80.000 Menschen arbeitslos. Quelle: dpa/Julian Stratenschulte
Potsdam

Bei der Suche nach neuem Personal stehen Brandenburgs Unternehmen bundesweit vor den größten Problemen. Im Durchschnitt dauerte es zuletzt 133 Tage, bis eine offene Stelle besetzt war. Das ist deutlich länger als im Bundesschnitt, wo vakante Stellen nach 109 Tagen besetzt sind.

Im ostdeutschen Durchschnitt müssen Personalchefs 105 Tage auf neue Kollegen warten. Das geht aus Zahlen der Arbeitsagentur hervor. Vor zwei Jahren lag die durchschnittliche Vakanzzeit noch bei 90 Tagen. Die Vakanzzeit gilt als Signal dafür, wie groß der Fachkräftemangel ist.

Bauarbeiter sind Mangelware

Die Personalprobleme sind je nach Wirtschaftszweig sehr unterschiedlich. Mit am angespanntesten ist derzeit die Situation derzeit auf dem Bau. Firmen brauchen für ihre Mitarbeitersuche im Schnitt 176 Tage – also etwa ein halbes Jahr. Zeitarbeitsfirmen haben der Statistik zufolge aber derzeit die größten Probleme, Arbeitskräfte zu finden. Sie suchen derzeit im Schnitt 217 Tage.

Im Bereich der öffentlichen Verwaltung, den Erzieher- und Gesundheitsberufen sind freie Plätze dagegen vergleichsweise schnell nach 73 Tagen wieder besetzt. Aktuell sind 50.000 Stellen in der Region unbesetzt und damit 3800 mehr als im Vorjahr.

Weniger als sechs Prozent Arbeitslose

Die Arbeitslosenquote ist im September erneut leicht gesunken und lag in Brandenburg bei 5,9 Prozent. Erstmals lag sie seit der Wende damit unterhalb der Sechs-Prozent-Marke. „Die Fünf vor dem Komma macht uns Mut und gibt uns Zuversicht, auf dem eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen: gute Rahmenbedingungen für Unternehmen schaffen, den Strukturwandel aktiv begleiten, innovativ und energisch den Fachkräftenachwuchs sichern und für Gute Arbeit eintreten“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

„Innerhalb von drei Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen in Berlin um über 37.000 Personen gesunken, in Brandenburg um mehr als 28.000 Personen. Wir gehen davon aus, dass dieser positive Trend am Arbeitsmarkt in beiden Ländern anhält“, sagte Arbeitsagenturchef Bernd Becking. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank innerhalb eines Jahres um 12,9 Prozent.

Lohnlücke zwischen Ost und West größer

Allerdings gibt es in Brandenburg trotz der positiven Entwicklung immer noch einen hohen Anteil atypischer Beschäftigungsverhältnisse, worauf Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) verwies: „Viele Menschen haben nur befristete Arbeitsverträge oder befinden sich unfreiwillig in Teilzeitarbeit“, sagte sie. „Der Niedriglohnsektor ist zu groß, gleiche Bezahlung in Ost und West ist weiterhin kein Standard und die Tarifbindung geht zurück.“ 29 Prozent der Beschäftigten in Brandenburg arbeiten weniger als die betrieblich vereinbarte Wochenarbeitszeit.

Die Löhne haben sich im Vergleich zu Westdeutschland weniger gut entwickelt: 2016 verdienten Brandenburger Beschäftigte im Schnitt 81 Prozent des Westniveaus, 2017 waren es nur noch 78 Prozent. Das geht aus dem neuen Betriebspanel für Brandenburg hervor.

Von Torsten Gellner

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