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Brandenburg Brandenburger müssen noch Jahrzehnte für den Krieg der Vorväter büßen
Brandenburg Brandenburger müssen noch Jahrzehnte für den Krieg der Vorväter büßen
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06:06 22.01.2019
Immer wieder werden in Brandenburg Blindgänger entdeckt, wie am 15. Januar 2019 auf dem Baugelände neben der Potsdamer Speicherstadt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Potsdamer Bombenentschärfung vergangene Woche hat wieder gezeigt: Für Brandenburg ist der Zweite Weltkrieg nicht zu Ende – und er wird noch andauern. Gerade in den letzten beiden Kriegsjahren war nicht nur unsere Region, aber vor allem auch diese ein Hauptziel der Alliierten. Rings um die Hauptstadt war Kriegsindustrie angesiedelt.

Tonnenweise ging die tödliche Fracht auf Zivilisten herab. Nicht jede Bombe explodierte. Wie viele Zeitbomben im märkischen Boden lagern? Niemand weiß es genau. Zu viele jedenfalls! Die lästigen Evakuierungen und das Warten darauf, die Wohnung oder den Arbeitsplatz wieder betreten zu dürfen, werden weiterhin zum Alltag gehören.

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Hinzu kommen die Extrakosten, die in einer größeren Kommune bei der Entschärfung anfallen. Potsdam hatte zum Beispiel im vergangenen Jahr für jede der vier Entschärfungen im Schnitt 9000 Euro extra gezahlt. All das würde sich vermutlich auch bei stärkerem Suchen nach Blindgängern nicht wesentlich beschleunigen lassen.

Die Brandenburger müssen noch Jahrzehnte für den Krieg der Vorväter büßen. Umso mehr ist ihre Geduld bei Sperrungen zu loben. Besonders zu loben sind aber die Entschärfer, die unter Einsatz von Gesundheit und Leben dafür sorgen, dass es doch langsam sicherer wird – Bombe für Bombe.

Von Rüdiger Braun