Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Auch zweiter JVA-Ausbrecher gefasst
Brandenburg Auch zweiter JVA-Ausbrecher gefasst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 31.07.2014
Filmreif brachen die beiden Gefangenen vor zweieinhalb Monaten aus. Quelle: dpa
Berlin

Rund zweieinhalb Monate nach der spektakulären Flucht zweier Häftlinge aus dem Berliner Gefängnis Moabit ist auch der zweite Ausbrecher gefasst. Spezialkräfte nahmen den mutmaßlichen Mörder am Donnerstag in Berlin fest, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Der 34-Jährige war zunächst in der Türkei vermutet worden, nach ihm wurde mit Hochdruck per internationalem Haftbefehl gesucht.

Nun wurde er nach umfangreichen Ermittlungen in der Wohnung eines mutmaßlichen Fluchthelfers in Reinickendorf von Zielfahndern und Kräften des Spezialeinsatzkommandos gestellt, wie eine Polizei-Sprecherin sagte. Der Festgenommene habe gefälschte Personalpapiere bei sich gehabt. Ob er sich die ganze Zeit in Berlin versteckte, sei noch unklar. Der andere Ausbrecher war Anfang Juni in einem Berliner Hotel gefasst worden.

Mordprozess lief während der Flucht weiter

Beide Ausbrecher hatten in der Nacht zum 19. Mai die Gitterstäbe ihrer Zellen zersägt, sich abgeseilt und eine Mauer und Stacheldraht überwunden. Dem jetzt Gefassten wird zur Last gelegt, im März 2013 einen Berliner Clubbetreiber aus Habgier getötet zu haben. Der Mordprozess gegen ihn am Berliner Landgericht lief während seiner Flucht weiter.

(CDU) zeigten sich erleichtert und dankten den Ermittlern. «Damit bestätigt sich, dass sich ein Ausbruch nicht lohnt», sagte Heilmann. Die akribische Arbeit der Polizei habe sich ausgezahlt, so Henkel.
Der zuerst gefasste Ausbrecher ist ein 25-jähriger, verurteilter Betrüger. Er war von einer Angestellten des Hotel trotz gefärbten Bartes erkannt worden.

Blick ins Innere der JVA Moabit. Quelle: dpa

50 Hinweise gingen bei der Polizei ein

Für Hinweise zur Ergreifung des zweiten Mannes, der in Moabit in Untersuchungshaft saß, hatte die Staatsanwaltschaft bis zu 5000 Euro Belohnung ausgesetzt. Bei der Polizei waren mehr als 50 Hinweise zu dem Flüchtigen eingegangen.

Justizsenator Heilmann musste nach dem Ausbruch Fehler des Personals einräumen. So wurden vermutlich Bilder auf einer Überwachungskamera weggedrückt. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen Justizbedienstete wegen möglicher Gefangenenbefreiung eingeleitet. Details dazu wurden bislang nicht bekannt.

Eine externe Untersuchungskommission, die vom Senator eingesetzt wurde, untersucht derzeit die Abläufe im Gefängnis. Ergebnisse sollen bis Ende August vorliegen.

Spektakuläre Ausbrüche

  • Mai 2013: Mit einem simplen Trick entkommt ein Dieb aus dem Dresdner Gefängnis. Er gibt sich als ein ähnlich aussehender Zellennachbar aus, der entlassen werden sollte, und spaziert unter den Augen des Wachpersonals einfach aus dem Tor.
  • August 2012: Im hessischen Schwalmstadt scheitert ein Fluchtversuch mit einem Gabelstapler, selbst gebauten Steigeisen und einem Seil aus Wäschesäcken. Der unter anderem wegen schweren Raubes verurteilte Gefangene hatte bereits 1993 Schlagzeilen gemacht. Damals befreite er in Schwalmstadt einen Mörder mit einem gestohlenen Bundeswehrpanzer. Während des Hofgangs durchbrach das Fahrzeug vier Gefängnistore und rollte in den Innenhof. Dort sprang der Häftling auf den Spähpanzer, der rückwärts aus der JVA herausrollte.
  • August 2009: Zwei Nürnberger Untersuchungshäftlinge seilen sich mit zusammengeknoteten Bettlaken von der 15 Meter hohen Gefängnismauer ab. Zuvor hatten sie mit Schraubenziehern die Holzdecke ihrer Zellentoilette durchbrochen und waren auf das JVA-Dach geklettert.
  • August 2004: Einem wegen Bandendiebstahls einsitzenden Häftling gelingt zum dritten Mal die Flucht. In der als besonders sicher geltenden JVA Mannheim kratzt er mit seinem Essbesteck den Mörtel von der Zellenwand und stemmt einen Steinquader aus der Mauer. Aus seinem Bettgestell baut er sich eine Leiter.
  • August 2002: Ein Bediensteter der JVA-Oldenburg in Niedersachsen zieht einen auf einem Bollerwagen voller Pappkartons versteckten Millionenbetrüger aus dem Gefängnis. Der Mann hatte seinem Komplizen in Uniform für die Fluchhilfe 100.000 Euro versprochen.

MAZ-Online

Brandenburg Verdächtiger bereits in der Vergangenheit aufgefallen - Neue Zeugen im "Maskenmann" Prozess

Im sogenannten "Maskenmann-Prozess" hat das Gericht am Donnerstag die Vergangenheit des Angeklagten beleuchtet. Zudem sagte ein Angestellter der Bank des mutmaßlichen Täters aus. Der Verdächtige selbst hatte noch Anfang Mai erklärt, dass er "der Falsche" sei.

31.07.2014

Erstmals dürfen in Deutschland lebende Türken auf deutschem Boden ihren nächsten Staatspräsidenten wählen. Dafür wurde das Berliner Olympiastadion zum größten Wahllokal Deutschlands umfunktioniert - doch der Andrang bleibt zum Auftakt mäßig.

31.07.2014
Brandenburg 121.050 Märker im Juli ohne Arbeit - Arbeitslosigkeit in Brandenburg leicht gestiegen

In Berlin und Brandenburg ist die Arbeitslosenquote jeweils um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Der Geschäftsführer der regionalen Arbeitsagentur machte vor allem saisonale Gründe für den Anstieg verantwortlich

31.07.2014