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Brandenburg Potsdam, Frankfurt (Oder) und Teltow wollen Kinder aus überfüllten Lagern aufnehmen
Brandenburg Potsdam, Frankfurt (Oder) und Teltow wollen Kinder aus überfüllten Lagern aufnehmen
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17:25 09.01.2020
Migranten in einem Lager auf der Insel Lesbos. Quelle: Angelos Tzortzinis/dpa
Potsdam

Potsdam will gemeinsam mit anderen Städten wie Frankfurt (Oder) und Teltow (Potsdam-Mittelmark) zusätzlich zu den zugeteilten Kontingenten allein reisende Kinder und Jugendliche aus den überfüllten Lagern in Griechenland aufnehmen.

Wie Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert erklärte, möchte Potsdam fünf junge Bewohner aus Sammellagern wie dem auf der Insel Lesbos aufnehmen. Frankfurts Stadtoberhaupt René Wilke (Linke) würde in der Stadt drei junge Flüchtlinge aufnehmen, wie er gegenüber der Märkischen Oderzeitung (MOZ) erklärte. Die Stadt Teltow würde nach Auskunft von Oberbürgermeister Thomas Schmidt (SPD) Unterkunft für bis zu drei junge Zuwanderer bieten – allerdings ist in diesem Fall der Landkreis Potsdam-Mittelmark die Ausländerbehörde und muss deshalb zustimmen.

„Wir nehmen fünf – wie viele nehmt Ihr?“

Es gehe darum, angesichts der schlimmen Zustände in den überfüllten Lagern praktisch Hilfe zu leisten. Viele junge Flüchtlinge hätten auf ihrem Weg Eltern verloren und säßen nun allein in den Lagern fest. „Wir wollen ein Signal in Richtung anderer Städte setzen: Wir nehmen fünf Flüchtlinge auf – wie viele nehmt Ihr?“ So könnten in einer gemeinsamen Anstrengung von Kommunen in ganz Deutschland hunderte junger Migranten eine Zukunftsperspektive erhalten, so Schubert. Es gehe nicht um Symbolpolitik, so Schubert. Man schmiede eine „Koalition der Willigen“.

René Wilke spricht von „Gebot der Menschlichkeit“

Es sei ein „Gebot der Menschlichkeit, diese Kinder zu retten“, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Wilke der MOZ. Die Bundesregierung reagiere ja nicht auf Appelle. Deshalb müssten die Kommunen nun Haltung zeigen. Bundesweit bieten Städte den Lager-Insassen Obdach an.

Potsdams führende Rolle

Potsdams Oberbürgermeister koordiniert bundesweit das kommunale Bündnis „Städte sicherer Häfen“, das sich 2018 gegründet und sich das Ziel gesetzt hat, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen – und zwar mehr, als die nationalen Quoten vorsehen. In der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt warten derzeit 24 ehemals schiffbrüchige Flüchtlinge darauf, nach Potsdam gebracht zu werden, wo sie Unterkunft finden sollen. Der Potsdamer Fußballverein SV Babelsberg 03 macht Trikotwerbung für die Organisation „Seebrücke“ macht, die sich gegen eine Kriminalisierung von Seenotrettung auf dem Mittelmeer richtet.

In anderen Städten kommt die kommunale Rettungs-Initiative nicht gut an. Anders als die Potsdamer Stadtverordneten stimmten etwa die von Brandenburg/Havel gegen einen Beitritt zum Bündnis Seebrücke. Bundesweit gibt es Debatten in Städten – unter anderem, weil die Frage der Aufnahme von zusätzlichen Flüchtlingen nach Deutschland in den Augen der Kritiker allein Angelegenheit des Bundes ist.

Griechenland nimmt bis zu 500 Menschen pro Tag auf. Im Lager Moria Auf Lesbos leben derzeit etwa 15.000 Flüchtlinge in einem Lager, das eigentlich nur 2500 fassen soll. Potsdam beherbergt derzeit 1693 Flüchtlinge, davon 504 Minderjährige und 105 unter ihnen ohne Begleitung. In Teltow leben 240 Flüchtlinge. Mike Schubert zeigte sich zuversichtlich, dass seine personell stark belastete Ausländerbehörde mit weiteren Neuzugängen klar käme.

Von Ulrich Wangemann

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