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Flughafen BER Flugroute bedroht Neubau von Wohnungen
Brandenburg Flughafen BER Flugroute bedroht Neubau von Wohnungen
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12:59 14.01.2017
Die Abflugrouten von der Nordbahn des BER über Mahlow-Nord und der Umgebung. Quelle: Deutsche Flugsicherung
Mahlow

Spaziergänger, Radfahrer und Hundebesitzer nutzen Mahlow-Nord schon jetzt ausgiebig. Das rund 90 Hektar große Gebiet direkt an der Berliner Stadtgrenze zwischen Waldblick und Roter Dudel weckt auch bei Investoren Begehrlichkeiten.

Der Bauausschuss Blankenfelde-Mahlow entschied am Donnerstag, dass man die Entwicklung des Gebiets weiter diskutieren möchte. Gegner hatten bisher damit argumentiert, dass mit der drohenden Nordumfliegung vom Flughafen BER dort keine Wohnbebauung mehr möglich ist. Wann das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) die Route festlegt, ist noch unklar. Alexander Fröhlich, Referent von Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), geht davon aus, dass dies in den kommenden Monaten passiert. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass es auf die Alternative 4 hinausläuft“, sagt er. Im Mai 2015 hatte die Gemeindevertretung diese Route, die auch von der Deutschen Flugsicherung präferiert wird, als Vorzugsvariante bestimmt. Dann würden die Flieger in der Zeit von 22 bis 6 Uhr direkt über das Gebiet fliegen, das unter dem Namen Mahlow-Nord als die größte Entwicklungsmöglichkeit der Gemeinde gesehen wird – und als eine der einzig verbleibenden, denn wegen der Siedlungsbeschränkungszone durch den Flughafen BER darf Blankenfelde-Mahlow keine neuen Wohngebiete mehr ausweisen.

Risiko des Scheiterns ist groß

Das Risiko, dass die Flugrouten das Projekt Mahlow-Nord kippen, ist groß. Ähnlich wie beim Bebauungsplanverfahren zum Dahlewitzer Bahnhofsschlag könnte die Anordnung einer Nachtschutzzone das Ende bedeuten. Dennoch gibt es viele Gemeindevertreter in Blankenfelde-Mahlow, die das Gebiet entwickeln wollen. Nicht nur, um Fakten gegenüber dem Flughafen zu schaffen, sondern für die Entwicklung der Gemeinde. „Wir können uns dem Siedlungsdruck aus Berlin nicht entziehen“, sagte Roland Hahn (WIR). Die Gemeinde brauche jedoch Geschosswohnungsbau. Vera Hellberg (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus. „Wer dort hinzieht, ist Sache des Investors. Jeder weiß, dass wir die am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde sind.“

Rahmenplan mit 1300 Wohnungen

Regina Bomke (CDU), Ortsvorsteherin von Mahlow, besteht auf einer Entwicklung des gesamten Gebiets. „Es bringt nichts, wenn hier und da ein paar Häuser gebaut werden.“ In einem Rahmenplan, den die Gemeindevertretung 2012 beschlossen hat, ist von 1300 Wohneinheiten und bis zu 5000 zusätzlichen Einwohnern die Rede. „Das bedeutet auch, dass die soziale Infrastruktur mitentwickelt werden muss“, sagt Regina Bomke. Konkret bedeute das den Neubau von Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten.

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Im Gespräch ist auch nach wie vor ein zusätzlicher S-Bahn-Halt zwischen Lichtenrade und Mahlow. Davon, so die Ortsvorsteherin, profitierten Waldblick und der Rote Dudel. Michael Schwuchow (SPD) und Gregor Schiller (parteilos) äußerten sich kritisch. Sie würden lieber grundsätzlich diskutieren, wie viel Wachstum die Gemeinde verträgt.

Von Christian Zielke

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