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Brandenburg Frauenhaus in Rathenow: „Wie kommen wir an sie heran?“
Brandenburg

Frauenhäuser in der Pandemie: „Wie kommen wir an sie heran“

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15:47 07.03.2021
ARCHIV - 21.11.2017, Berlin: Eine Frau blickt in einem Frauenhaus aus dem Fenster. Die Corona-Pandemie erschwert die Arbeit von Beratungsstellen für von Gewalt betroffenen Frauen in Brandenburg.
ARCHIV - 21.11.2017, Berlin: Eine Frau blickt in einem Frauenhaus aus dem Fenster. Die Corona-Pandemie erschwert die Arbeit von Beratungsstellen für von Gewalt betroffenen Frauen in Brandenburg. Quelle: Sophia Kembowski/dpa
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Rathenow

Die Corona-Pandemie erschwert die Arbeit von Beratungsstellen für von Gewalt betroffenen Frauen in Brandenburg. „Unsere Beratungsräume sind während des Lockdowns grundsätzlich geschlossen, die Kontakte reduziert“, sagte Catrin Seeger vom Vorstand des Netzwerks der brandenburgischen Frauenhäuser. Die Beraterinnen kommunizieren mit Betroffenen per Mail, telefonisch oder über Whatsapp. Persönlichen Kontakt gibt es nur in Ausnahmefällen. „Für uns stellte sich die Frage: Wie kommen wir an sie heran und sie an uns?“

Für Frauen, die in Partnerschaften lebten, in denen schon vor Corona gewaltbereite Strukturen herrschten, hätte die Pandemie die Lage noch einmal verschärft. „Für sie ist es ein doppelter Lockdown“, sagte Seeger. Die Frauen seien eingesperrt und würden von ihren Partnern kontrolliert. „Wir haben unsere Hilfe angeboten, aber wie sollen sie kommen?“ Alles spiele sich in den Tagen des Lockdowns zu Hause ab. Wenn der Partner auch im Homeoffice sei oder seine Arbeit wegen der Krise verloren habe, hätten die Betroffenen wenig Chancen, Hilfe zu suchen. „Corona legt noch einmal die Wunde frei“, so Seeger.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Brandenburg zwischen Anfang Juli 2020 und Ende Januar insgesamt 3012 Anzeigen häuslicher Gewalt erfasst. Das waren rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im vergangenen Jahr waren 28 Frauen mit 31 Kindern im Frauenhaus Rathenow (Havelland), in denen Seeger als Projektleiterin arbeitet. 2019 seien es 29 Frauen mit 47 Kindern gewesen. Seeger vermutet, dass es mehr Frauen im Pandemie-Jahr gewesen wären, doch viele vermutlich nicht die Möglichkeit hätten, Hilfe zu suchen.

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Hinzu komme, dass Frauen auch Angst davor hätten, sich in den Frauenhäusern anzustecken. Dort seien viele Gemeinschaftsräume. „Wir hatten zu Anfang kein Desinfektionsmittel und keine Masken.“ Wie auch andere Hilfsorganisationen für Frauen macht sich Seeger dafür stark, Mitarbeiterinnen in Frauenhäusern zu testen und vorrangig zu impfen. „Wir sind eine Kriseneinrichtung. Wir können keine Frauen ablehnen.“

Von dpa