Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Gut für den Arbeitsmarkt: Brandenburg als Reiseziel ganzjährig beliebt
Brandenburg Gut für den Arbeitsmarkt: Brandenburg als Reiseziel ganzjährig beliebt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:03 14.01.2019
Lehde im Spreewald. Besucher kommen in Spreewaldkähnen im Freilandmuseum des Spreewaldorfs an.
Lehde im Spreewald. Besucher kommen in Spreewaldkähnen im Freilandmuseum des Spreewaldorfs an. Quelle: dpa/Pleul
Anzeige
Potsdam

Auch der Winter tut dem Geschäft vieler Gastronomen in Brandenburg keinen Abbruch. Während einige die Zeit für ihren Jahresurlaub nutzen, locken andere mit attraktiven Angeboten auch in der kalten Jahreszeit. Das ergab eine dpa-Umfrage.

„Brandenburg ist keine klassische Winter-Destination, bietet jedoch auch zu dieser Jahreszeit eine Menge an Outdoor-, Gesundheits- und Wellnessangeboten“, sagt der Sprecher der Tourist Marketing Brandenburg (TMB), Patrick Kastner. Die Nachfrage im Winter – im sogenannten Nebensaisongeschäft von Oktober bis März – habe sich in den vergangenen 20 Jahren positiv entwickelt.

Zudem haben die für die Branche traditionell schwierigen Monate Januar und Februar in den vergangenen drei Jahren jeweils leicht zugelegt. „Durch zahlreiche Initiativen in den Regionen hat sich viel getan und die Bemühungen, Brandenburg als ganzjähriges Reiseziel zu positionieren sind auf einem guten Weg“, sagt der Sprecher. Dazu gehörten auch Angebote wie Glühweinkahnfahrten im Spreewald oder Wellnessurlaub in Prignitz und Ruppin.

Branche kann auf Fachkräfte im Winter nicht verzichten

Das bestätigt auch der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Brandenburg, Olaf Lücke. „Es gibt Häuser, die machen von November bis Januar den meisten Umsatz“, berichtet er. Nach dem guten Weihnachtsgeschäft laufe nun vielerorts das Tagungs- und Wellnessgeschäft an. „Januar und Februar sind keine toten Monate mehr“, betont Olaf Lücke.Entsprechend könne es sich die Branche kaum noch leisten, auf Fachkräfte, die auch in der Saison in den Häusern tätig seien, zu verzichten. „Das Personal muss gehalten werden, sonst ist es weg“, sagt Lücke. Auf der anderen Seite sei der Winter traditionell die Zeit, in der die Mitarbeiter ihre Überstunden abfeiern und Kraft für die nächste Saison tanken können.

In Ichlim bei Sewekow (Ostprignitz-Ruppin) an der Grenze zu Mecklenburg betreibt Verlando Konschak seit fast 28 Jahren sein Seehotel. Einige seiner derzeit zwölf Mitarbeiter nutzen den Winter für ihren Resturlaub, andere dafür, das Hotel noch besser kennenzulernen. „Wenn gerade Zeit ist, kommt der Kellner auch mal im Housekeeping zum Einsatz“, erklärt der Hotelinhaber.

Konschaks Geschäft gestaltet sich im Winter ganz sprunghaft. Mal ist das Haus gut gefüllt, wenn beispielsweise Veranstaltungen anstehen. „Wir planen im Januar einen Aquarellkurs und im März ein Dinner mit Zaubershow“, kündigt der Gastronom an. Mal sei aber auch wenig zu tun - wenn keine Stammgäste aus Berlin oder Hamburg ihr Wochenende in dem Hotel verbringen, das mitten im Wald liegt.

Verbandschef fordert flexiblere Arbeitszeiten

Wie Dehoga-Chef Lücke fordert auch Konschak flexiblere Arbeitszeiten für die Gastronomie, mit Schichten, die auch mal die zehn Stunden überschreiten können. „Es bringt nichts, einen Kellner bei einer Hochzeitsfeier nach Hause zu schicken, nur dass ein anderer die restlichen zwei Stunden arbeitet“, erklärt der Hotelier. „Natürlich wollen wir mit einer längeren Arbeitszeit nicht die Möglichkeit zur Ausbeutung eröffnen“, betont er. Schichten von bis zu zwölf Stunden müssten Ausnahmen bleiben.

Weil auch im Winter hier und dort die Fachkräfte fehlen, sei es wichtig, mehr Teilzeit- und Hilfskräfte zu beschäftigen. „Sie nehmen dem Personal keine Arbeit weg, sondern sichern so auch feste Arbeitsplätze“, erklärt Lücke.

Die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH bietet auch in diesem Jahr einen Klassiker an, der nun schon seit 20 Jahren läuft und gut angenommen wird: die Aktion „Winterliches Brandenburg“. Sie geht noch bis zum 14. April. Normalerweise Hotels im höheren Segment bieten unter anderem Übernachtungen mit Frühstück zum Schnäppchenpreis an. Die Gastronomen erhoffen sich, so mehr Besucher in der dunklen Jahreszeit nach Brandenburg zu locken. Hinzu kommen Arrangements mit speziellen Zusatzleistungen.

Exklusive „Sterne-Winter“-Angebote

So können zwei Personen in Hotels mit 3- und 4-Sterne-Komfort schon ab 79 Euro pro Nacht im Doppelzimmer inklusive Frühstück übernachten. Noch mehr sparen kann man beim „Preisspecial“ für 189 Euro für drei Übernachtungen in der Woche bei einem Anreisetag zwischen Sonntag und Dienstag.

Erstmalig gibt es in Brandenburg exklusive Angebote unter dem Titel „Sterne-Winter“. Im Schloss Lübbenau im Spreewald oder im Schloss Reichenow im Seenland Oder-Spree können Besucher „Schlossbewohner auf Zeit“ sein. Gediegen und komfortabel geht es Sicht der TMB auch im Gut Klostermühle in Alt-Madlitz, im Spreewaldresort „Seinerzeit“ in Schlepzig und im Lakeside Burghotel in Strausberg zu.

Von Christian Bark

MAZ-Service

Sie suchen eine Ferienwohnung in Brandenburg?

Wir haben die Lösung!