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Brandenburg Gauner verkaufen billige Goldimitate
Brandenburg Gauner verkaufen billige Goldimitate
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22:58 17.07.2013
Echter und falsche Schmuck ist schwer zu unterscheiden. Quelle: dpa
Potsdam/Cottbus

Der Rastplatz am südlichen Berliner Ring schien den beiden Betrügern für ihre Masche wie geschaffen: An der Tankstelle nahe dem Schönefelder Kreuz standen an diesem Sonntagnachmittag nur ein paar Wagen von Ausflüglern und Urlaubern. Ein Opfer war schnell entdeckt. Mit eingeübter Schauspielerei versuchten die 28 und 38 Jahre alten Männer einem ahnungslosen Autofahrer goldfarbene Schmuckstücke im Tausch gegen Benzingeld aufzuschwatzen. Sie müssten dringend zu einer schwer kranken Verwandten nach Berlin, hätten aber kein Geld, um den Tank aufzufüllen, radebrechten die südländisch aussehenden Männer, zogen kummervolle Mienen und wiesen auf ihren ramponierten Volkswagen.

Aber diesmal hatte der Trick keinen Erfolg. Stattdessen klickten die Handschellen. Mit Schmuckstücken dieser Art hatten die Gauner nicht gerechnet. Ihnen war offenbar entgangen, dass Polizeibeamte die Szene beobachtet hatten und entschlossen zugriffen. Der Schmuck entpuppte sich – wie immer in solchen Fällen – als wertloser Plunder.

Lutz Miersch von der Polizeidirektion Süd in Cottbus kennt sich mit diesen Betrügereien aus, die die Fahnder bundesweit unter „Autobahngold“ erfassen. Der Süden Brandenburgs ist am stärksten betroffen. Mindestens eine Anzeige pro Woche von geprellten „Goldkäufern“ geht bei Miersch ein. „Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, aber aus Scham melden sich viele Betrogene wohl nicht. Aber es finden sich immer wieder Gutgläubige, deren Hilfsbereitschaft zudem schamlos ausgenutzt wird“, so Miersch.

Die Details der rührseligen Geschichten sind austauschbar, im Kern gleichen sie sich: Für 50 bis 150 Euro erhalte man 1000 oder 2000 Euro teuren Familienschmuck und könne überdies ein gutes Werk tun. Da die Täter überwiegend aus Rumänien stammen, heißen die falschen Klunkern im nordrhein-westfälischen Polizeijargon „Rumänenblech“. Laut Düsseldorfer Landeskriminalamt verdienen ganze Familienverbände so ihren Unterhalt.

Das, was da wie Gold in der Sonne glänze, sei überwiegend „poliertes Messing“, sagt Lutz Miersch – egal, ob es sich um massive Siegelringe oder sogenannte Panzerketten handele. Für den Laien seien die Imitate kaum zu erkennen, zumal die Stücke auch mit Punzen (Stempeln) versehen sind, so Miersch. Vorsicht sei geboten, wenn Schmuckstücke zweifach gestempelt seien und sowohl die im Ausland übliche Karatzahl als auch die in Deutschland bekannte Kennung (etwa 585er Gold) aufwiesen. Miersch glaubt, dass hinter dem Nepp inzwischen eine ganze Infrastruktur steckt.

Die Ermittlungen sind schwierig. Nur selten gehen der Polizei Händler ins Netz. Oft sind mehr als zwei Bandenmitglieder unterwegs, die Rast- oder Parkplätze werden ausgespäht und Fluchtmöglichkeiten erkundet. Potenzielle Opfer sind meist allein reisende oder ältere Autofahrer. „Die werden umringt und bedrängt“, schildert Lutz Miersch die Taktik der Täter. „Das macht Angst und mancher lässt sich allein deshalb auf das Geschäft ein.“

Neben den Autobahndreiecken um Berlin werden immer wieder auch angrenzende Bundesstraßen heimgesucht. Dabei werden Pannen oder Unfälle vorgetäuscht, Bandenmitglieder winken mit leeren Benzinkanistern oder Abschleppseilen, sagt Miersch. „Manchmal laufen sie auch auf die Straße. Und wer will schon jemanden umfahren?“

Von Volkmar Krause

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