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Brandenburg Getötete Kenianiern: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Unbekannt
Brandenburg Getötete Kenianiern: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Unbekannt
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16:55 08.07.2019
Rita O. starb mit 32 Jahren. Quelle: Polizei Brandenburg
Potsdam

Im Fall einer getöteten kenianischen Asylbewerberin in Hohenleipisch (Elbe-Elster) ermittelt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Ein Heimbewohner, der durch die Aussage von Angehörigen des Opfers schwer belastet wurde, befindet sich offenbar weiter auf freiem Fuß. „Es ist ein Verfahren gegen Unbekannt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag auf Anfrage.

Zugleich trat die Staatsanwaltschaft dem Vorwurf entgegen, in dem Fall der am 7. April verschwundenen Rita O. (32) zu zögerlich ermittelt zu haben. „Es gab schon früh, Mitte April, einen Sucheinsatz mit Hunden, und zwar nicht nur im Heim, sondern auch in der näheren Umgebung“, sagte der Sprecher. Die Suche sei aber ergebnislos verlaufen.

Hinweisen nicht nachgegangen?

Der Verein Opferperspektive kritisiert die Ermittlungsarbeit der Polizei als zu nachlässig. Die Beamten hätten über Wochen hinweg zu wenig getan, um das Verschwinden der Frau aufzuklären. Hinweise auf einen möglichen Täter – einen Heimbewohner – seien nicht ernst genommen worden.

Rita O. war am 7. April spurlos aus dem Heim verschwunden, in dem sie mit ihren beiden kleinen Kindern (2 und 4) lebte. In einer Suchmeldung der Polizei vom 25. April heißt es, „die junge fürsorgliche Mutter“ habe ihre beiden Kinder im Heim zurückgelassen.

Von Anfang an Zweifel

Doch daran, dass die junge Frau einfach fortgelaufen sein könnte, habe der in Berlin lebende Lebensgefährte von Rita O. von Anfang an große Zweifel gehegt, wie Martin Vesely vom Verein Opferperspektive berichtet. So sei die Frau an einem Sonntag, an dem kein Bus fährt, aus den abgelegenen Heim verschwunden. „Sie hatte weder warme Kleidung noch ihre Bankkarte dabei“, so Vesely.

Schon die erste Vermisstenanzeige des Vaters habe sich schwierig gestaltet. Die Polizei in Elbe-Elster habe den Mann zunächst abgewiesen. Erst als dieser die Berliner Polizei über das Verschwinden informiert habe, seien die Beamten vor Ort aktiv geworden.

Vierjähriger Zeuge

Der vierjährige Sohn von Rita O. habe beobachtet, wie seine Mutter am Tag ihres Verschwindens von einem Heimbewohner bedroht, geschlagen und weggeschleppt worden sei. Der Mann habe die Frau schon früher mehrfach bedrängt; das sei der Heimleitung auch gesagt worden, so Vesely.

Doch die Ermittler seien weiterhin von einem Vermisstenfall und nicht von einem Verbrechen ausgegangen, so Vesely. Am 10. Mai habe der Verein gemeinsam mit dem Vater der Kinder Anzeige erstattet. „Aber dann dauerte es noch einmal bis zum 11. Juni, bis etwas passiert ist“, so Vesely.

Große Suchaktion am 11. Juni

Ab dem 11. Juni durchkämmte die Polizei mit Kollegen einer Einsatzhundertschaft systematisch die Umgebung des Heimes, teilweise unterstützt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, weil das unwegsame Gelände als munitionsbelastet gilt. In einer Pressemitteilung der Polizei vom 20. Juni heißt es: „Es wurden skelettierte menschliche Überreste“ gefunden“. Wenige Tage später sind sich die Rechtsmediziner sicher: Es ist die Leiche von Rita O.

Die Staatsanwaltschaft will keine Versäumnisse bei den Ermittlungen erkennen. Von Anfang an sei auch an die Möglichkeit eines Verbrechens gedacht und entsprechend ermittelt worden. „Das schwebt bei einer Vermisstenanzeige immer mit“, sagte der Sprecher.

Von Torsten Gellner

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