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Brandenburg Gewalttäter unterlaufen Fanszene in Cottbus
Brandenburg Gewalttäter unterlaufen Fanszene in Cottbus
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12:38 26.07.2017
Beim Auswärtsspiel gegen Babelsberg 03 warfen Cottbus-Fans Pyotechnik aufs Spielfeld. Quelle: Jan Kuppert
Potsdam

Mehr als 200 Anhänger des Fußballclubs Energie Cottbus gelten nach Erkenntnissen der Brandenburger Sicherheitsbehörden als gewaltaffin. Im aktuellen Bericht des Verfassungsschutzes wird vor einer hochgradig gewaltorientierten rechtsextremistischen Szene im Raum Cottbus gewarnt. Darunter seien Neonazis, Rocker, Angehörige des Bewachungsgewerbes, Kampfsportler, Hass-Musiker und eben auch Hooligans zu finden.

Wie aus einer aktuellen Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünenfraktion hervorgeht, werden 155 Energie-Anhänger der Fan-Kategorie B zugerechnet („gewaltbereite/geneigte Fans“). Weitere 60 fallen demnach in die Kategorie C („gewaltsuchende Fans“). Außerdem laufen derzeit gegen 47 sogenannte Fans Stadionverbote. In der separat geführten Datei „Gewalttäter Sport“ sind bundesweit 63 Cottbus-Anhänger aufgeführt.

„Der vergangene Woche veröffentlichte Verfassungsschutzbericht hat das Problem noch einmal beim Namen genannt“, sagte Ursula Nonnemacher, Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen. „Das ist eine ganz unheilvolle und gefährliche Szene, die auch Fußballspiele für ihre Zwecke missbraucht. Gegen sie vorzugehen ist zunächst einmal Aufgabe der Sicherheitsbehörden. Zugleich muss aber sichergestellt werden, dass die Fußballvereine Rechtsextremen die Stadien nicht als Bühne überlassen. Auf beiden Feldern - innenpolitisch wie sportpolitisch – liegt noch viel Arbeit vor uns “, so Nonnemacher.

Randale im Karli

Ende April hatten Cottbus-Anhänger bei einem Auswärtsspiel bei Babelsberg 03 randaliert und einen Platzsturm im Karl-Liebknecht-Stadion versucht. Es flogen Böller, rechtsextreme Cottbus-Fans zeigten den Hitlergruß. Es fiel der Spruch: „Arbeit macht frei: Babelsberg 03“. Nachdem der RBB und die PNN über Verbindungen des gewaltbereiten Fanmilieus zur Rocker- und Kickboxszene berichtet hatte, gab die berüchtigte Fangruppe „Inferno Cottbus“ im Mai ihre angebliche Auflösung bekannt.

Nach wiederholten Auseinandersetzungen hatte der Verein nach der Saison 2012/13 schon ein Erscheinungsverbot gegen „Inferno Cottbus“ ausgesprochen. Nachdem im März bei einem Auswärtsspiel gegen Bautzen auch Mitglieder der sogenannten Unbequemen Jugend Cottbus randalierten und brennende Bengalos und Böller auf das Spielfeld warfen, wurde auch dieser Gruppe ein Erscheinungsverbot erteilt. Sie dürfen also nicht mehr in entsprechenden Klamotten oder mit entsprechenden Fahnen und Bannern ins Stadion. Der Nordostdeutsche Fußballverband hatte den Verein am 24. Juli für die Vorfälle hart bestraft.

Wegen der wiederholt negativen Schlagzeilen gab die Vereinsführung Ende Juni die Einrichtung einer „Toleranzstelle“ bekannt. Spätestens 2018 soll es einen Hauptberuflichen Verantwortlichen im Verein geben, der sich um „Toleranz und Vielfalt“ bei der Anhängerschaft bemüht.

Von Torsten Gellner

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