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Brandenburg Grüne fordern mehr Buslinien
Brandenburg Grüne fordern mehr Buslinien
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18:24 26.01.2017
Ein Plus-Bus der Linie 582 am Bahnhof in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Die märkischen Grünen pochen auf den Ausbau des Busnetzes. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburgs Grüne fordern von der rot-roten Landesregierung ein Konzept für bessere Busverbindnungen in den Regionen. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei auf den Ballungsraum um Berlin ausgerichtet und mache an Kreisgrenzen in aller Regel halt. „Das Angebot ist völlig unzureichend, in vielen ländlichen Gegenden ist man ohne Auto abgehängt“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Michael Jungclaus, am Donnerstag. Ein zusätzliches Problem: Bahnverbindungen führen zumeist strahlenförmig von Berlin weg. Funktionierende Querverbindungen zwischen den märkischen Kreisstädten beziehungsweise Mittelzentren per Bus sucht man vergebens. Um Lücken zu schließen und die Regionen aufzuwerten, müsse das Land zusätzliche Mittel für „landesbedeutsame Buslinien“ bereitstellen, so Jungclaus. Sinnvoll wären Expressbusse, die nur die Hauptorte bedienen, für Nebenlinien müsse etwa das Netz der nur bei Bedarf fahrenden Rufbusse ausgeweitet werden.

Die Grünen haben von der Berliner Beratungsfirma ETC – Transport Consultants in einer Studie vier exemplarische Nahverkehrskorridore untersuchen lassen. Wie Ingolf Berger von ETC sagte, sollte es beispielsweise von Oranienburg (Oberhavel) über Wandlitz nach Bernau (beide Barnim) künftig eine direkte Busverbindung geben – das Einzugsgebiet umfasst über zwei Landkreise verteilt 100  000 Einwohner. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Oranienburg ins knapp 40 Kilometer entfernte Bernau fahre, müsse eine riesigen Umweg – mit Regionalbahn und S-Bahn – über Berlin-Gesundbrunnen in Kauf nehmen. „Das schreckt die Leute ab, die Öffentlichen überhaupt zu nutzen“, so Berger. Weitere Beispiele, wo mit Bussen Lücken geschlossen werden sollten, seien die Strecke von Brandenburg/Havel nach Belzig und – länderübergreifend – von Neuruppin über Rheinsberg und Fürstenberg nach Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie von Cottbus ins sächsische Hoyerswerda. Die Tourismusregion um Rheinsberg sei vor allem außerhalb der Saison vom Nahverkehr weitgehend abgekoppelt. „Dann gibt es nur noch ein rudimentäres Angebot“, sagt Verkehrsforscher Berger.

Nur ein attraktives Angebot auf lange Sicht hole die Fahrgäste zurück und sichere den öffentlichen Verkehrsunternehmen auch die erforderlichen Einnahmen, betont Grünen-Politiker Jungclaus. Andere Länder hätten die Potenziale eines dichten Busnetzes längst erkannt. Rheinland-Pfalz und das an Bahnlinien arme Sachsen-Anhalt haben hier bereits erheblich investiert, Baden-Württemberg und Thüringen haben Ende 2016 erste Buslinien in Landesregie bestellt. Brandenburg müsse nachziehen. Jungclaus begrüßte, dass es seit 2015 in Potsdam-Mittelmark und der Prignitz die sogenannten Plus-Busse gebe, die in kurzen Taktzeiten bis in die Abendstunden und auch am Wochenende fahren. „Solche Angebote müssen ausgebaut werden.“ Dabei sollte auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg seiner Rolle in der Region stärker gerecht werden.

Die zusätzlichen Buslinien müssten aus der Landeskasse finanziert werden, so Jungclaus. „Die Ergänzung des ÖPNV-Angebots darf nicht zu Lasten bestehender Verbindungen gehen.“ Aus Sicht der Studienautoren wäre für Lückenschlüsse eine Anschubfinanzierung von bis zu zehn Millionen Euro nötig. Das Geld müsste den Verkehrgesellschaften der Kreise zur Verfügung gestellt werden.

Bisher erhalten die Kommunen aus sogenannten Regionalisierungsmitteln des Bundes zur Sicherung des Busverkehrs jährlich 85 Millionen Euro. Erstmals zahlt das Land im laufenden Haushalt aus eigener Kasse einen 1,5- Millionen-Euro-Zuschuss für Investitionen in barrierefreie Busse und Straßenbahnen. Neben den Grünen fordern auch die CDU und Teile der Linken mehr Geld für den Nahverkehr.

Von Volkmar Krause

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