Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Neues Grünen-Spitzenduo Nonnemacher/Raschke lehnt Koalitionsaussage ab
Brandenburg Neues Grünen-Spitzenduo Nonnemacher/Raschke lehnt Koalitionsaussage ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 18.02.2019
Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke sind die Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl 2019.
Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke sind die Spitzenkandidaten der Grünen für die Landtagswahl 2019. Quelle: ZB
Anzeige
Potsdam

Die Basis der Grünen in Brandenburg hat entschieden: Die Fraktionschefin im Landtag, Ursula Nonnemacher und der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke werden die Landespartei als Spitzenduo in den Landtagswahlkampf führen. Das ist das Ergebnis der Urwahl, das am Freitag in Potsdam bekannt gegeben wurde.

Nonnemacher (61), die bereits 2014 Spitzenkandidatin war, setzte sich mit 629 Stimmen, das sind 79,1 Prozent, deutlich gegen Alexandra Pichl im Kampf um Platz 1 durch. Raschke (36) wiederum holte 61,6 Prozent (490 Stimmen) und gewann Platz 2 gegen den amtierenden Landesvorsitzenden Clemens Rostock.

Die komplette Landesliste wird auf einem Parteitag am 23. und 24. Februar 2019 in Fürstenwalde bestimmt. Die Landtagswahl ist am 1. September.

Das neue Spitzen-Duo lehnt eine Koalitionsaussage zugunsten einer Partei ab. Nonnemacher sagte, ihre Partei werde einen eigenständigen Wahlkampf für die Themen Ökologie, Soziales und für eine weltoffene Gesellschaft führen. Wenn es nötig sei, würden die Grünen nach der Wahl mit allen demokratischen Kräften über eine Koalition „sondieren“ – außer mit der AfD. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.“

In Umfragen erreichen die Grünen derzeit zwischen 10 und 12 Prozent der Stimmen. Weder Rot-Rot noch Rot-Schwarz hätten momentan eine Mehrheit und wären auf einen dritten Partner angewiesen. Momentan haben die Grünen sechs Abgeordnete im Landtag.

Aus Sicht von Nonnemacher kommt der bundesweite Aufschwung der Grünen inzwischen auch im Osten an – allerdings etwas verzögert und nicht in dem Ausmaß wie in Westdeutschland. „Wir wollen uns aber auch gern auf die Fahnen schreiben, dass dies mit unserer guten Arbeit im Landtag zu tun hat“, fügte sie hinzu.

Die Grünen wiesen den Vorhalt zurück, sie seien nur im „Speckgürtel“ um Berlin stark. Raschke betonte, seine Partei würde Wahlkampf für das ganze Land machen und sich besonders für die ländlichen Räume, lebendige Dörfer und guten Nahverkehr einsetzen. Ziel sei es, die derzeitige Landwirtschaftspolitik der SPD zu „stoppen“. Die Bilanz der SPD sei verheerend. „Wir haben noch immer ein Höfesterben. Wir haben noch immer Ställe, in denen Schnäbel kupiert und Schwänze abgeschnitten werden.“ Und in Brandenburg gebe es noch immer viele Flächen, wo das Wasser mit Pestiziden und Nitraten stark belastet sei. Zu einer möglichen Koalition mit der SPD sagte Raschke: „Die SPD steht in der Kohle- und Agrarpolitik für einen Kurs, gegen den wir antreten.“ Letztlich sei die Regierungsbildung aber „kein Wunschkonzert“.

Die Wahlbeteiligung bei der Urwahl lag bei 60,1 Prozent. Von den 1392 Mitgliedern beteiligten sich 836 an der Urwahl. Die Grünen sind bei der Mitgliederzahl im Aufschwung. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent, wie die Partei angab.

Die Liste der Grünen ist streng quotiert. Frauen und Männer wechseln sich auf der Landesliste im Reißverschlussprinzip ab. Die für Platz 1 unterlegene Alexandra Pichl erklärte, sie wolle sich nun um Platz drei bewerben. Für diesen Platz kandidieren auch die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky und Sahra Damus aus Frankfurt (Oder). Clemens Rostock peilt nach seinen Worten den Platz 6 auf der Landesliste an, für den auch der frühere Linken-Politiker Michael Luthardt kandidiert. Auf Platz vier bewirbt sich der Fraktionschef im Landtag, Axel Vogel.

Die jetzigen Landtagsabgeordneten Marie Luise von Halem und Michael Jungclaus treten nicht erneut an.

Von Igor Göldner

Brandenburg Bienenforscher zum Insektensterben - „Schuld sind wir Verbraucher“
17.02.2019
14.02.2019