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Brandenburg Guten Tag, Herr Professorin!
Brandenburg Guten Tag, Herr Professorin!
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13:06 04.07.2013
Auch in der Leipziger Uni werden aus Dozenten Dozentinnen. Quelle: dpa
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Potsdam

Rektorin, Dozentin, Wissenschaftlerin – da, wo früher in der Geschäftsordnung des Senats der Universität Potsdam noch die männliche und die weibliche Bezeichnung stand, soll künftig nur noch die feminine Variante zu lesen sein. Einstimmig hat sich der Senat, ein elfköpfiges Gremium, in dem neben Professoren auch Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter vertreten sind, für die neue Form entschieden, wie der stellvertretende Vorsitzende des Senats, Fred Albrecht, sagte.

Die Schrägstrichvariante „Professor/Professorin“ sei aus Sicht des Senats zu umständlich und lang gewesen, so Fred Albrecht. „Nach jahrhundertelangem Patriarchat haben wir uns gedacht, es ist Zeit für die weibliche Bezeichnung“, so der Physiker. Die Variante des generischen Femininums könne Vorbildcharakter für weitere Satzungen der Uni haben.

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» Rüdiger Braun zum generischen Feminismus

Die Universität Leipzig ist als erste deutsche Hochschule jüngst bereits einen Schritt weitergegangen. Mit „Professorin“ ist dort nicht nur in der Geschäftsordnung, sondern gar in der Verfassung auch der Mann gemeint.

„Ziemlich erstaunlich und überflüssig“ findet der Zeithistoriker Manfred Görtemaker die Entscheidung des Potsdamer Uni-Senats. Nicht in Ordnung sei es zudem, dass so etwas „über meinen Kopf hinweg entschieden wird“. Gar für „Nonsens“ hält der Jura-Professor Detlev Belling die sprachliche Neuerung. „Wenn die Universität keine anderen Sorgen hat, mag sie sich mit Gaga die Zeit vertreiben.“

Auch der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) lehnt den Beschluss des Senats ab. „Das generische Femininum befeuert den Geschlechterkampf“, so Grace Klass, Vorsitzende des RCDS-Potsdam. Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt, Martina Trauth-Koschnick, hingegen findet die Entscheidung der Uni „mutig und vorbildhaft“. Die Sprache allein werde an der strukturellen Diskriminierung von Frauen allerdings nichts ändern.

Auch an der Universität Potsdam sind die Professorinnen in der Unterzahl: 76Prozent sind Männer. Von den wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Hochschule sind knapp 43 Prozent Frauen.

Von Meike Jänike und Rüdiger Braun

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