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Brandenburg Hacker nehmen märkische Firmen ins Visier
Brandenburg Hacker nehmen märkische Firmen ins Visier
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18:47 13.07.2017
Angriffe aus dem Netz gegen Unternehmen in Brandenburg häufen sich. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburgs Unternehmen leiden zunehmend unter Internetkriminalität. Firmen und Kundendaten würden gehackt, Rech-nersysteme lahmgelegt oder Geld erpresst. „Unternehmer sind jetzt an zwei Orten von Kriminellen bedroht: in ihren Betrieben und im Internet“, sagte Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, am Donnerstag in Potsdam bei den Vorstellung des neuen Kriminalitätsbarometers der Brandenburger und Berliner Kammern. 1700 Betriebe hatten sich unter Federführung der IHK Frankfurt (Oder) an einer Umfrage zur Kriminalitätsbelastung in der Region beteiligt.

Auf einer Skala von Bedrohungen für das Unternehmen rangiert die Kriminalität auf Platz eins, gefolgt vom zunehmenden Fachkräftemangel und Problemen bei der Energieversorgung. Aus dem Stand auf Platz vier kommt die Sicherheitslage in Deutschland und die Angst vor Terrorismus.

Bei der Kriminalität liegen Diebstähle (35,4 Prozent) vor Vandalismusschäden (32,2), Hackerangriffen (27,4) und Einbrüchen (26,4). Während die klassischen Straftaten wie Diebstahl oder Sachbeschädigung auf hohem Niveau verharren, haben sich die Angriffe durch Computerhacker seit 2010 mehr als verdoppelt. 18 Prozent des Gesamtschadens, den Kriminelle in Unternehmen verursachen, gehen auf das Konto von Hackern, sagte Thomas Herrschelmann, Sicherheitsexperte der Frankfurter IHK. Vor allem Dienstleister (34,6 Prozent) und Industriebetriebe (24 Prozent) würden von Cyber-Kriminellen und Erpressern heimgesucht.

Das Problem bei der Kriminalitätsbelastung der regionalen Wirtschaft: Die Dunkelziffer ist beträchtlich, weil viele Firmenchefs keine Anzeige erstatten. Am häufigsten werden Einbrüche bei der Polizei angezeigt (54 Prozent). Aber auch hier ist laut Herrschelmann ein Rückgang von gut sechs Prozent im Vergleich zur Umfrage 2014 festzustellen. Zwei Drittel aller Diebstähle und 90 Prozent der Hackerangriffe werden gar nicht gemeldet.

„Das könnte an der Schadenshöhe liegen oder am Zweifel, dass die Polizei in der Lage ist, Täter zu ermitteln“, so Herrschelmann. Tatsächlich sei die Aufklärungsrate gering, Spuren im Netz zu verfolgen erfordere den Einsatz von Spezialisten. Wer Opfer von Internetkriminalität geworden sei, sorge sich womöglich auch um den Ruf der Firma, vermutet Herrschelmann. Oft fürchteten Unternehmer zudem, bei häufigen Diebstählen den Versicherungsschutz zu verlieren. Eine Tendenz, die Michael Branding, Chef einer Landtechnikfirma in Angermünde (Uckermark), bestätigt. „Ohne 5000 Euro Selbstbeteiligung hätte ich keinen Versicherungsschutz mehr bekommen.“ Bei „kleineren Fällen“ sei die Anzeige verzichtbar.

Dass die Zahl der Einbrüche in Betriebe vor allem in Brandenburgs Grenzregion gesunken ist – laut IHK von 38,1 Prozent (2014) auf 23,6 Prozent (2016) – führt Branding auf die öffentliche Debatte und eine erhöhte Polizeipräsenz zurück. Dennoch bleibt auch beim ihm die Sorge: „Morgens, wenn ich auf den Hof komme, hoffe ich, dass noch alle Maschinen da sind.“

Frankfurts IHK-Chef Schülke fordert, jede Straftat anzuzeigen. Insbesondere beim Thema Internetkriminalität sollten Präventionsangebote der Kammern und des Landeskriminalamtes genutzt werden. Schülke empfahl Sicherheitssysteme regelmäßig zu überprüfen und Updates zu installieren.

Wegen eines spektakulären Cyber-Angriffs auf die Backwarenkette „Le Crobag“ war erst im Mai ein 42-jähriger Mann aus Eichwalde (Dahme-Spreewald) vom Amtsgericht Wildau zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Ex-Techniker eines Computerdienstleisters hatte aus Ärger über seinen früheren Arbeitgeber die Kassensoftware von 50 Bäckerei-Filialen außer Betrieb gesetzt.

Von Volkmar Krause

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