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Brandenburg Haft für Mitarbeiter nach Millionen-Coup
Brandenburg Haft für Mitarbeiter nach Millionen-Coup
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15:41 15.12.2016
Quelle: dpa
Berlin

Sechs Monate nach dem Einbruch in ein Luxusuhren-Geschäft am Berliner Kurfürstendamm mit einer Beute in Millionenhöhe ist ein damaliger Mitarbeiter der Rolex-Boutique zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Verkäufer habe professionellen Einbrechern sicherheitsrelevante Details verraten und den Tresor kurz vor der Tat nicht verschlossen, begründete das Landgericht der Hauptstadt am Donnerstag. Eine Mitangeklagte, die ebenfalls in der Boutique arbeitete, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Vier maskierte Einbrecher hatten sich in der Nacht zum 6. Juni über einen „Hausmädcheneingang“ Zugang zu dem Geschäft im Stadtteil Charlottenburg verschafft. „In der Boutique besprühten sie sofort die Überwachungskameras mit roter Farbe“, sagte der vorsitzende Richter. Die vom Angeklagten detailliert informierten Einbrecher hätten rund 430 hochwertige Uhren mit einem Verkaufswert von acht Millionen Euro sowie mehr als 130 000 Euro Bargeld aus dem Tresor gestohlen. Von der Beute fehlt jede Spur.

“Ich habe mich blenden lassen“

„Der Angeklagte hatte sich sehenden Auges mit Profis eingelassen“, hieß es weiter im Urteil. Ihm seien von bislang unbekannten Komplizen 25 000 Euro als Belohnung angeboten worden. Der Verkäufer, der keine Vorstrafen hat, habe sich des besonders schweren Diebstahls schuldig gemacht. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf drei Jahre Haft plädiert.

Der 23-Jährige hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Er sei etwa drei Monate vor dem Einbruch von zwei Männern, die er flüchtig kannte, eingeladen worden, erklärte der Verkäufer. Sie hätten ihm Geld für Informationen geboten. „Ich habe mich blenden lassen.“ Komplizen benannte er nicht – „aus Angst vor diesen Männern“.

Mitangeklagte erhält Entschädigung

Im Falle der Mitangeklagten gebe es „weiterhin Indizien, die für eine Beteiligung sprechen“, so das Gericht. Diese würden aber für eine Verurteilung nicht ausreichen. Für die erlittene Untersuchungshaft von fünfeinhalb Monaten sei die 28-Jährige zu entschädigen. Nach Justizangaben laufen gegen zwei Männer, die laut Urteil „Stammkunden in dem Geschäft waren, obwohl sie ALG II-Bezieher sind“, Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Einbruch.

Von Kerstin Rebien

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