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Brandenburg Hand in Hand für die Kleinsten
Brandenburg Hand in Hand für die Kleinsten
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08:26 03.12.2013
Kinder können in der Kita "Zwergenvilla" in Nuthetal tief in die Spielkiste greifen. Quelle: Julian Stähle
Nuthetal

Die Kinder in der Kita „Zwergenvilla“ sind sich nicht ganz einig, was das Schönste am Leben in Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) ist. „Der Schiffs-Spielplatz“, sagt die fünfjährige Paula. Ben-Luca, ein Jahr jünger, fährt mit seinen Eltern dagegen am liebsten Fahrrad durch den Wald.

Die 8500-Einwohner-Gemeinde wurde am Montag als eine von vier familien- und kinderfreundlichen Gemeinden des Jahres ausgezeichnet. Hier läuft vieles Hand in Hand für die Kinder. So empfängt Bäckermeister Holger Schüren in der Adventszeit in jeder Woche vier bis fünf Kindergruppen, die dort lernen können, wie man Brot, Brötchen und Kekse macht.
 

DER PREIS

Familien- und kinderfreundliche Gemeinde ist ein Titel, den das Land Brandenburg alle zwei Jahre vergibt.

Zehn Bewerber gab es in diesem Jahr, vier davon wurden ausgezeichnet. Sie erhalten jeweils 19.175 Euro Preisgeld zur Weiterentwicklung ihrer Projekte.

Prämiert wird ein familienfreundliches Lebensumfeld. Alle Bewerber werden besucht und die Projekte vor Ort bewertet. Eine unabhängige Jury wählt die Gewinner aus. Seit 1998 wurden bereits 72 Kommunen prämiert. 

Nuthetal, 2003 aus dem Zusammenschluss von Bergholz-Rehbrücke, Saarmund und vier weiteren Dörfern entstanden, ist gerade einmal 15 Autominuten vom Potsdamer Zentrum entfernt. Trotzdem sind im dicht bebauten Ortsteil Bergholz-Rehbrücke, wo das Deutsche Institut für Ernährungsforschung und das Institut für Getreideverarbeitung ihren Sitz haben, viele Grundstücke groß und die Häuser verstecken sich oft hinter hohen Hecken. Die ländliche Atmosphäre sei auch für Neuankömmlinge angenehm, sagt Steve Gladis, der hier gerade eine Versicherungsagentur eröffnet hat. „Hier kennt sich noch jeder“, meint er .

Es gibt viel Zuzug. Am Ortsrand in Richtung Potsdam ist das Neubaugebiet Rehgraben entstanden. Zwischen den zwei- und dreigeschossigen Bauten gibt es etliche Spielplätze, die jetzt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt allerdings verwaist sind. Durch den Gewinn im Wettbewerb kann die Ausstattung mit Spielplätzen noch besser werden. Mit dem Preisgeld von rund 19.000 Euro könnte außerdem der Jugendclub gefördert werden, sagt Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Was genau damit passiert, muss die Gemeindevertretung entscheiden. „Wir freuen uns, dass wir als einzige Kommune aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark gewonnen haben“, sagt die 49-Jährige. Bei der Kinderbetreuung ist Nuthetal schon jetzt vorbildlich. Es gibt zwei Grundschulen und fünf Kindertagesstätten. „Jeder, der einen Krippenplatz möchte, bekommt einen“, sagt die Bürgermeisterin, die seit 1993 im Ortsteil Saarmund wohnt und selbst zwei Töchter hier großgezogen hat. Zu weiterführenden Schulen kann man in die Gemeinde Michendorf oder nach Potsdam pendeln. Die Busverbindungen sind gut. Für die Schulbusse morgens gibt es sogar Direktverbindungen in die Landeshauptstadt hinein.

LYCHENLandkreis Uckermark, 3000 EinwohnerKindereinrichtungen: Eine Grundschule, zwei Kindertagesstätten, Jugendfreizeittreff, außerdem Stadtbibliothek und soziokulturelles Zentrum mit Clubkino.Ausgezeichnete Leistung: Es gibt ein lokales Bündnis für Familie, ein Netzwerk für gesunde Kinder, ein Mehrgenerationenhaus. Gelobt wird außerdem die enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kindergärten, Sportvereinen, Naturwacht und dem Tourismusverband.NEUENHAGENLandkreis Märkisch-Oderland, 17.000 Einwohner Kindereinrichtungen: Sieben Kitas, sieben Schulen, außerdem Haus der Begegnungen und des Lernens, Musikschule des Landkreises, Freizeit- und Ausbildungshaus „Arche“, Bibliothek.Ausgezeichnete Leistung: Die Gemeinde räumt Ausgaben für Kinder und Familien Priorität ein. Seit 2001 wurden vier neue Kitas eröffnet. Dafür erhielt Neuenhagen den Preis bereits 2009 – und nun zum zweiten Mal. PETERSHAGEN/EGGERSDORFLandkreis Märkisch-Oderland, 15.000 EinwohnerKindereinrichtungen: Neun Kitas, vier Schulen, Jugendclub, Musikschule, Schulmuseum, Bibliothek, Giebelseehalle für Vereine, Kinderbauernhof „Mümmelmann“.Ausgezeichnete Leistung: Kinder und Jugendliche werden regelmäßig zu ihren Zukunftsvorstellungen befragt. Auch Betriebe, Vereine, Bildungseinrichtungen und Familien werden bei den Planungen in dem großen „Doppeldorf“ einbezogen. Quelle: MAZ/ Scheerbarth

Die Bürgermeisterin schätzt am Leben in der Gemeinde vor allem das Miteinander. „Wir ziehen hier alle an einem Strang“, sagt sie. Das gelte gerade, wenn es um Kinder gehe. Jetzt will sie, dass auch mehr für Ältere passiert. „Familienfreundlichkeit heißt auch, generationsübergreifend zu denken“, sagt sie. Wenn jetzt beispielsweise Neubauten in der Gemeinde geplant werden, dann sollen es barrierefreie, altersgerechte Wohnungen sein.

Während Bergholz-Rehbrücke in großen Teilen einen vorstädtischen Charakter hat, wirken die übrigen Ortsteile dörflich. Saarmund liegt still zwischen den Feldern. Ein großer Schwarm Wildgänse zieht gerade über die Grundschule, als die Kinder zur Probe für das Weihnachtsmusical „Die Wünschelmütz“ in die Turnhalle laufen. Am kommenden Freitag um 17 Uhr ist die Aufführung. „Alle 139 Kinder spielen mit und die Halle wird bis auf den letzten Stehplatz voll sein“, sagt Schulleiterin Brita Benak. Eltern, Verwandte, Nachbarn und frühere Schüler – alle werden kommen. Die Schule, die auch eine Nachmittagsbetreuung anbietet, begreift sich als öffentlicher Ort. In einem früheren Klassenzimmer ist ein Standort der Gemeindebücherei untergebracht. In Nuthetal arbeite man eben gut zusammen, sagt die Schulleiterin.

Familien haben viele gute Gründe, in Nuthetal zu leben, sagt auch Angela Huwe, die seit 15 Jahren eine Buchhandlung in dem Ort betreibt. „Man lebt wie auf dem Land“, sagt sie. Kita und Schule seien auch gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Und trotzdem ist man schnell in Potsdam.

Von Ulrich Nettelstroth

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