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Brandenburg Experte: Schon tausende Quallen in mehreren Gewässern
Brandenburg Experte: Schon tausende Quallen in mehreren Gewässern
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14:39 10.07.2019
Für den Menschen harmlos: Die Süßwasserqualle „Craspedacusta sowerbii“. Quelle: LUBW/dpa
Berlin

Der warme Juni hat nach Einschätzung eines Experten zu einer Massenentwicklung von Quallen in mehreren Gewässern in der Region geführt. Zu Tausenden seien die kleinen Medusen aufgetreten, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Demnach kamen sie an Ober- und Unterhavel sowie Müggelsee und Tegeler See vor. Wie berichtet waren sie auch von Badegästen in Berlin-Spandau gemeldet worden.

Bei Wasserproben-Entnahmen hielten Mitarbeiter des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) dort in dieser Woche nach den Tierchen Ausschau – allerdings ohne Erfolg, wie eine Sprecherin mitteilte. Aktuell sei die Entwicklung wegen der gesunkenen Temperaturen wieder rückläufig, sagte Derk Ehlert.

Erstmals 1995 in der Region aufgetreten

Die Quallen, die so groß wie ein Zwei-Euro-Stück werden, brauchen warmes Wasser mit mehr als 25 Grad, um sich zu frei schwimmenden Medusen mit Schirm zu entwickeln. Diese tauchen auch häufiger an der Oberfläche auf. Erstmals gesichtet worden seien diese Quallen an der Havel im Jahr 1995, in Berlin 2003, so Ehlert. Auch in früheren heißen Sommern wie 2003 und 2006 kam es teilweise zu einem Massenauftreten in der Unterhavel.

Die für Menschen harmlosen Lebewesen ernähren sich den Angaben zufolge von Plankton und profitierten von sauberem Wasser. „Sie sind nichts Untypisches und auch kein Warnzeichen“, so Ehlert. Handlungsbedarf gebe es nicht. Sie lösten keine Hautreizungen aus und hätten auch keinen Einfluss auf die Nahrungskette anderer Tiere. Die Lebensdauer der Tiere liegt Ehlert zufolge bei sechs Wochen.

Die Art heißt „Craspedacusta sowerbii“ und ist die einzige Süßwasserqualle in Mitteleuropa. Vermutet wird, dass die Quallen ursprünglich aus Asien eingeschleppt wurden. Experten nehmen an, dass es mit der Klimaerwärmung häufiger zur Medusenbildung kommt.

>> Mehr dazu: Ekelig, aber harmlos – Quallen in der Havel gesichtet

Von MAZonline/dpa

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