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Brandenburg Uni-Absolventen zieht es weg aus Brandenburg
Brandenburg Uni-Absolventen zieht es weg aus Brandenburg
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00:24 30.03.2019
Anatomie-Vorlesung an der Martin-Luther-Universität in Halle (Sachsen-Anhalt). Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa
Köln/Potsdam

Die Universitäten und Fachhochschulen in den ostdeutschen Bundesländern sind beliebt bei Studenten. Doch wer einen Abschluss in der Tasche hat, packt danach häufig die Umzugskisten –und wechselt für den ersten Job in ein anderes Bundesland. Besonders betroffen von diesem Trend sind demnach Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Maastricht und des Kölner Personaldienstleisters Studitemps. Befragt wurden 18.700 Studenten und Absolventen bundesweit.

Berechnet wurde daraus der sogenannte Abwanderungssaldo. Ist er positiv, dann kommen auf 100 Studenten aus einem Bundesland mehr als 100 Absolventen, die dableiben oder aus einem anderen Bundesland zuziehen. Das trifft nur auf vier Bundesländer zu: Die Stadtstaaten Hamburg und Berlin und die Flächenländer Bayern und Baden-Württemberg. Besonders attraktiv ist demnach Hamburg mit einem Saldo von plus 159 Prozent. Demnach kommen auf 100 Hamburger Studierende 259 Absolventen, die nach Studienabschluss ihren ersten Job in der Hansestadt antreten.

Die anderen Bundesländer bilden mehr Studenten aus, als sie Absolventen anziehen beziehungsweise im Land halten. Besonders ausgeprägt ist das Missverhältnis in Sachsen-Anhalt (minus 64 Prozent), Brandenburg (minus 57 Prozent) und Thüringen (minus 49). Auch für Rheinland-Pfalz sieht es in der Statistik mies aus (minus 40).

Parallel dazu haben die Forscher auch Zahlen für den sogenannten ersten Übergang (von der Schule zum Studium) erhoben. Auch dieser Saldo fällt für Brandenburg leicht negativ aus (minus 18 Prozent). Von einem „problematischen Bild“ sprechen die Studitemps-Experten: „Brandenburgischen Arbeitgebern stehen von 100 angehenden Studierenden, die dort ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, zum Eintritt ins Erwerbsleben lediglich 35 als potenzielle

Fachkräfte zur Verfügung.“ Aber auch Sachsen-Anhalt und Thüringen, das Saarland und Rheinland-Pfalz müssten sich auf „hohe Wanderungsverluste“ einstellen

Indirekter Länderfinanzausgleich

„Aus der Studie ziehen wir zwei Schlüsse“, erklärt Studitemps-Chef Eckhard Köhn. „Der Osten verliert massiv Absolventen, während Stadtstaaten und wirtschaftlich ohnehin starke Regionen gewinnen. Und: Die Wanderungsbewegungen ziehen einen indirekten Länderfinanzausgleich mit sich. Jeder Absolvent, der nicht am Ausbildungsort bleibt, überträgt in ihn investierte Bildungskosten in ein anderes Bundesland.“

Hamburg macht dieser Berechnung zufolge ein Plus von 1,15 Milliarden Euro pro Jahr, Berlin 989 Millionen. Sachsen-Anhalt und Brandenburg zahlen demnach erheblich drauf: jährlich knapp 304 beziehungsweise 203 Millionen. Köhn empfiehlt Unternehmen und Bundesländern, „um die zukünftigen Fachkräfte zu werben, wenn sich diese noch in der Ausbildung befinden.“ Besonders geeignet seien attraktive Studentenjobs, die bereits Aufstiegschancen böten, und frühzeitige Übernahmeangebote für künftige Absolventen.

Für das Wissenschaftsministerium kommt das Ergebnis der Studie nicht überraschend: „Brandenburg ist eben kein Land mit einer Fülle an Arbeitsplätzen wie München, Hamburg oder Berlin“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Auch profitiere das Land von den Wanderbewegungen – beispielsweise bei den Lehrern.

 

Von Thorsten Keller

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