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Brandenburg Hochschulen sind wirtschaftlicher Gewinn
Brandenburg Hochschulen sind wirtschaftlicher Gewinn
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17:38 20.04.2018
Kostet viel, bringt aber auch viel ein: die Uni Potsdam. Quelle: foto: bg
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Potsdam

Die acht Brandenburgischen Hochschulen sind trotz hoher Kosten ein wirtschaftlicher Gewinn für das Land. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der DIW Econ GmbH, die diese vergangenes Jahr für die Brandenburgische Landesrektorenkonferenz (BLRK) erstellte.

Das Land steckte demnach 2016 insgesamt 395,3 Millionen Euro aus Steuermitteln in seine Hochschulen. Dafür kamen 803,1 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung zurück. Unterm Strich erhält das Land für jeden Euro, den es jährlich in seine Hochschullandschaft steckt, zwei Euro zurück. Gründe für den Geldsegen: Studierende haben Ausgaben etwa für Mieten und Lebensmittel und die knapp 18500 Beschäftigten an den Hochschulen zahlten insgesamt 61 Millionen Euro an Steuern. Hinzu kommen die Wirkungen der Hochschulen auf die Produktivität und das Wirtschaftswachstum des Landes.

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Absolventen tragen mit 68 Millionen Euro zur Wirtschaftskraft bei

Die gut qualifizierten Absolventen des Jahres 2015 erzeugten durch ihren Beitrag für die regionale Wirtschaft allein im Jahr 2016 eine Wertschöpfung von 68 Millionen Euro. Der Beitrag der Hochschulabsolventen könnte sich sogar auf gut 100 Millionen Euro im Jahr belaufen – wenn alle Absolventen tatsächlich im Land blieben. Ein Drittel von ihnen findet aber außerhalb Brandenburgs einen Beruf. Allerdings widerlegt die Studie auch die Vermutung, Brandenburg bilde vor allem für andere Bundesländer aus.

Brandenburger Betriebe und größere Unternehmen profitieren auch direkt von neuesten Forschungsergebnissen. Sie können ihre Produktionsabläufe und ihre Produkte verbessern und steigern so das Bruttoinlandsprodukt. Die Studie geht davon aus, dass aufgrund der in die Wirtschaft geflossenen Erkenntnisse der acht Hochschulen Brandenburgs Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2016 um 959 Millionen Euro gesteigert werden konnte.

Technische Hochschule Wildau ist die rentabelste Einrichtung

Die „rentabelsten“ Einrichtungen sind laut der Studie die Technische Hochschule Wildau (Dahme-Spreewald) und die Brandenburgische Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg. Die TH Wildau erwirtschaftet für jeden Euro rund 2,7 Euro, die BTU kommt auf 2,5 Euro. In absoluten Zahlen bringt die Uni Potsdam das meiste Geld ein.

Der derzeitige BLRK-Vorsitzende, BTU-Präsident Jörg Steinbach, sagte am Freitag, mit der Studie habe man bewusst dem Eindruck entgegentreten wollen, die Hochschulen seien „schwarze Löcher“, die das Land enorm viel Geld kosteten und von deren positiven Effekten allenfalls andere Bundesländer profitierten. Dass sie tatsächlich direkt für Wohlstand sorgten, sei das „wichtigste Ergebnis“. „Wir würden uns wünschen, dass dieser Einfluss mehr berücksichtigt wird.“ Steinbach wies auch darauf hin, dass brandenburgische Fachhochschulen 25 Prozent der Drittmittel, also Extragelder für die Forschung, einwerben. Das sei im Bundesvergleich überdurchschnittlich viel.

Auch positive Effekte jenseits der Ökonomie

Die Mitglieder der Landesrektorenkonferenz wiesen auf weitere positive Effekte hin. Die Präsidentin der TH Wildau, Ulrike Tippe, erinnerte an den „enormen Beitrag“ der Hochschulen für die Weiterbildung, der Präsident der Fachhochschule Potsdam, Eckehard Binas, sieht sie auch als Schule der Toleranz und für die demokratischen Bildung und die Präsidentin der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) in Brandenburg (Havel), Burghilde Wieneke-Toutaoui, erinnerte an das von Hochschulen getragene Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum. Das unterstützt Unternehmen etwa durch Informationen und Qualifizierungen beim Weg in die Digitalisierung.

Die Rektoren räumen ein, dass die Studie auch eine Argumentationsgrundlage für die Verhandlungen mit der Landesregierung sein soll. Voraussichtlich ab Sommer 2018 werden neue Hochschulverträge ausgehandelt. Dabei geht es auch darum, wie viel Geld die acht brandenburgischen Hochschulen in den kommenden fünf Jahren bekommen sollen.

Von Rüdiger Braun

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