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Brandenburg Höchste Waldbrandstufe 5 gilt nun in ganz Brandenburg
Brandenburg Höchste Waldbrandstufe 5 gilt nun in ganz Brandenburg
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17:09 23.04.2019
In Nassenheide brannte es am Ostermontag auf einer Waldfläche von 2,5 Hektar. Quelle: Julian Stähle/dpa
Potsdam

Noch nie waren Brandenburgs Wälder in einem Frühjahr derart ausgetrocknet wie 2019. Daher gilt seit Dienstagmorgen landesweit die höchste Waldbrandstufe 5 („sehr hohe Gefahr“). Das bestätigte Raimund Engel, der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, auf MAZ-Anfrage. „So früh im Jahr passiere das äußerst selten, sagt Engel. Im vergangenen Jahr galt die höchste Warnstufe flächendeckend in Brandenburg nur an drei Tagen im Hochsommer, nämlich am 3., 4. und 26. Juli. 2018 hatte es in Brandenburg 512 Waldbrände gegeben – mehr als in allen anderen Bundesländern zusammen.

Die Einstufung wird zwischen März und Oktober täglich um 8 Uhr morgens aktualisiert. Die Landesbehörden entscheiden darüber auf Basis eines Waldbrandgefahrenindex, den der Deutsche Wetterdienst (DWD) liefert – ebenfalls fünfstufig, auf einer Farbskala von grün („sehr geringe Gefahr“) bis lila („sehr hohe Gefahr“). Nicht nur in Brandenburg ist die Waldbrandgefahr derzeit groß, im DWD-Index von Dienstag waren auch der Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen, der Osten von Sachsen-Anhalt sowie die Region Celle (Niedersachsen) lila eingefärbt.

Keine Entwarnung für die nächsten Tage

Am Osterwochenende mussten die Feuerwehren in Brandenburg laut Engels vorläufiger Bilanz zu 40 Waldbränden ausrücken. „Das ist schon extrem für ein April-Wochenende“, sagte Engel. In 37 Fällen brannte nur eine relativ kleine Fläche von weniger als einem Hektar. Die drei größten Feuer hatte es in Spremberg (Spree-Neiße) gegeben, wo Montagnacht 4,5 Hektar Fläche betroffen waren, außerdem brannte es bei Jüterbog (Teltow-Fläming, etwa vier Hektar) und in Nassenheide (Oberhavel, zwei Hektar). In diesem Fall ermittelt die Polizei, es besteht der Verdacht auf Brandstiftung. Am Dienstag brannte es tagsüber in Waldstücken südlich von Neustadt/Dosse (Ostprignitz/Ruppin) und in Felixsee (Spree-Neiße).

Zu mehr als 470 Waldbränden mussten Brandenburgs Feuerwehrleute 2018 ausrücken. Die größten Einsätze im Überblick.

Angesichts des Wettervorhersage gibt Raimund Engel für die kommenden Tage keine Entwarnung. Angesagt sind Temperaturen bis zu 26 Grad und starke Windböen. „Helfen würde jetzt nur eine Regenphase von einer Woche oder länger, dazu möglichst wenig Wind und wenig Sonne, und eine geringe Verdunstung.“ So ein kontinuierlicher Niederschlag in Brandenburg ist aber bis zum Wochenende nicht in Sicht.

Aus Sicht von Werner-Siegwart Schippel, dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbands, muss die Fahrzeugflotte der Feuerwehr in den nächsten Jahren umgestellt werden, um Waldbrände besser bekämpfen zu können. „Wir brauchen mehr geländegängige Fahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge“, sagte er der MAZ. „Das geht aber nicht von heute auf morgen.“ Die Landesfeuerwehrschule hat bereits reagiert, so Schippel, und den Lehrplan um ein Waldbrand-Seminar ergänzt. Ungelöst ist das Problem der Tageseinsatzbereitschaft: Viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren arbeiten nicht an ihrem Wohnort und sind Berufspendler. Werden sie während ihrer Arbeitszeit alarmiert, können sie nicht ausrücken.

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Von Thorsten Keller

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