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Brandenburg Hohenzollern fordern Schloss Cecilienhof und Tausende Kunstwerke zurück
Brandenburg Hohenzollern fordern Schloss Cecilienhof und Tausende Kunstwerke zurück
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20:47 12.07.2019
Georg Friedrich Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollern, will Wohnrecht für Schloss Cecilienhof. Quelle: dpa/Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das Haus Hohenzollern erhebt Anspruch auf tausende Kunstwerke von teils nationaler Bedeutung aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Wie das Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), bestätigte, laufen schon seit mehreren Jahren hinter den Kulissen Gespräche mit dem Hause Hohenzollern. Sie würden mit der gebotenen Vertraulichkeit geführt, teilte ein Sprecher auf MAZ-Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht des „Tagesspiegel“.

Hohenzollern-Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen, der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., verlangt demnach außerdem ein dauerhaftes und unentgeltliches Wohnrecht für die Familie im Potsdamer Schloss Cecilienhof, das erst im vergangenen Jahr nach vierjähriger Sanierung (Kosten: zehn Millionen Euro) wiedereröffnet worden war. Dort soll im kommenden Jahr die Sonderausstellung zum 75. Jahrestag der Konferenz von Potsdam gezeigt werden.

Alternativ zu diesem Schloss schwebt dem Prinzen offenbar auch ein Einzug in Schloss Lindstedt oder die Villa Liegnitz vor, die ab 2021 saniert werden soll. Die Länder Berlin und Brandenburg und der bei den Verhandlungen federführende Bund hätten die Forderungen als unannehmbar zurückgewiesen, hieß es.

Georg Friedrich Prinz von Preußen besuchte am Freitagabend die Eröffnung der Ausstellung ‚Wege des Barock‘ im Potsdamer Museum Barberini – und wirkte sehr gelassen. Die Berichte über seine Umzugspläne wollte er auf Anfrage der MAZ nicht kommentieren.

Hohenzollern-Chef Georg Friedrich Prinz von Preußen im Potsdamer Museum Barberini. Quelle: Maike Schultz

Die Gespräche von Bund, Berlin und Brandenburg hätten das Ziel, eine dauerhafte Gesamtlösung für verschiedene Kunst- und Sammlungsgegenstände herbeizuführen, deren Eigentumsverhältnisse von beiden Seiten unterschiedlich bewertet werden, hieß es aus dem Büro von Grütters.

1926 hatten sich der Staat Preußen und das Haus Hohenzollern eigentlich über die Vermögensverhältnisse geeinigt. Doch das Ergebnis legen beide Seiten unterschiedlich aus. In den laufenden Verhandlungen gehe es um rechtliche Unklarheiten in diesem Vertrag, hieß es aus dem Büro von Staatsministerin Grütters.

Möbel, Textilien, Gemälde von großem Wert

Es geht um Sammlungsobjekte, die im Besitz des Deutschen Historischen Museums, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg befinden. Darunter seien historische Möbel, Textilien, Gemälde und Memorabilia, die im Schloss Monbijou ausgestellt waren. Das Berliner Schloss hatte das Hohenzollernmuseum beheimatet und war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Zwar geht es insgesamt nur um weniger als 0,1 Prozent der in den staatlichen Sammlungen vertretenen Gegenstände und Gemälde, doch sie seien von teils erheblichem Wert und von großer historischer Bedeutung, wie es hieß.

Positionen liegen weit auseinander

Der Staat und der Preußenprinz streben einen außergerichtlichen Vergleich an, um künftige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Zur Zeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander, teilte das Büro von Grütters mit.

Das Haus Hohenzollern hatte zuletzt die Rückgabe von Burg Rheinfels in St. Goar am Rhein gefordert. Das Landgericht Koblenz hatte die Klage von Georg Friedrich Prinz von Preußen jedoch zurückgewiesen. Die Burg war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, und zwar unter der Auflage, das riesige Gemäuer aus dem Mittelalter nicht zu verkaufen. 1998 schloss die Stadt aber mit einem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Der Hohenzollern-Chef hatte argumentiert, dass dieser Vertrag einem Verkauf gleichkomme, der eigentlich untersagt sei.

Von Torsten Gellner

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