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Brandenburg IG Metall will Löcher im Flächentarif stopfen
Brandenburg IG Metall will Löcher im Flächentarif stopfen
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20:30 06.05.2013
Streikende am Montag vor den Toren von MAN in Berlin-Tegel. Quelle: dpa
POTSDAM

Aus Sicht der Gewerkschaft ist es ein Skandal, dass es bei einem Großkonzern wie Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) mit bundesweit 14 000 Beschäftigten einen Standort ohne Tarifbindung gibt. In Nauen produzieren rund 600 Beschäftigte Waschmaschinen. Ihre Bezahlung ist am Flächentarifvertrag der Metallbranche orientiert. Aber es gibt keine Schichtzuschläge und weniger Urlaub.

Seit einigen Monaten schon fordert die IG Metall, dass BSH unter den Flächentarifvertrag schlüpft. Nun wurde erstmals dafür gestreikt. „Die gesamte Frühschicht mit 200 Leuten ist herausgekommen“, sagt Sprecher Bodo Grzonka. Die Stimmung im Werk sei kämpferisch. Das Unternehmen will aber hart bleiben. Um „weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben, bedarf es eines hohen Maßes an Flexibilität“, sagte eine Sprecherin. Das müsse man sich auch in Zukunft erhalten.

Auch bei Wolffkran in Luckau, einem Hersteller von Turmdrehkränen, gibt es bisher keinen Tarifvertrag. Die 120 Beschäftigten erhalten laut IG Metall nur rund zwei Drittel des Tariflohns. Streikaktionen gab es neben gestern auch schon am vergangenen Donnerstag. Die Gewerkschaft will tariflosen Betrieben den Kampf ansagen. „Das ist ein Auslaufmodell“, sagt Grzonka. Von den etwa 40 000 Beschäftigten der Branche werde in Brandenburg eine klare Mehrheit nach Tarifvertrag bezahlt, schätzt er – anders als etwa in Sachsen. Laut Unternehmensverband Gesamtmetall sind bundesweit gut 40 Prozent der Betriebe und zwei Drittel der Beschäftigten der Branche vom Tarifvertrag erfasst oder an ihm orientiert.

Die Warnstreikwelle für höhere Löhne in der Branche rollt derweil weiter. Gestern standen Mercedes-Benz und Gestamp in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) sowie ZF in Brandenburg/Havel auf der Liste. Am heutigen Dienstag wird bei Schaeffler in Luckenwalde (Teltow-Fläming) und bei Heidelberger Druckmaschinen in Brandenburg/Havel gestreikt. „Die Beschäftigten stehen sichtbar entschlossen hinter der Forderung“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel.

Die Gewerkschaft verlangt 5,5 Prozent mehr Lohn für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche. Das Angebot der Unternehmen – 2,3 Prozent bei 13 Monaten Laufzeit – wird mit Hinweis auf Rekordgewinne als nicht ausreichend abgelehnt. „Vor Pfingsten wollen wir ein Ergebnis“, sagt Grzonka. Ansonsten gebe es Urabstimmung und unbefristeten Streik.

Die Unternehmen sehen dagegen wenig Spielraum für massive Lohnzuwächse und verurteilen den Arbeitskampf. „Warnstreiks sind unnötige Rituale“, sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie. Eine Lohnerhöhung von 2,3 Prozent passe zur unsicheren Wirtschaftslage und liege sowohl über dem Produktivitätszuwachs als auch über der Teuerungsrate. Heute wird in Baden-Württemberg verhandelt. Für Berlin-Brandenburg wurden vorerst keine neuen Gespräche vereinbart. (Von Ulrich Nettelstroth)

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