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Brandenburg IHK Potsdam: Brexit verunsichert Brandenburgs Wirtschaft
Brandenburg IHK Potsdam: Brexit verunsichert Brandenburgs Wirtschaft
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15:43 31.01.2020
In der Nacht zu Samstag (1. Februar) tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus.
In der Nacht zu Samstag (1. Februar) tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus. Quelle: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa
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Potsdam

„Lieferketten, Kooperationspartner, Gesellschaftsrecht: Alle Unternehmen sollten dringend prüfen, ob und wie genau sie mit britischen Firmen in Verbindung stehen oder über ihre Lieferketten vielleicht sogar von ihnen abhängig sind“, erklärte Präsident Peter Heydenbluth laut einer Mitteilung vom Freitag. Wenn der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr ende, könne es neue Zölle oder Steuern geben, Förderungen könnten wegfallen.

Die IHK forderte zügige Verhandlungen: „Das wichtigste in dieser Situation ist Planungssicherheit.“ Um seinen Mitgliedern zu helfen, hat die IHK Potsdam eine Checkliste mit Veränderungen auf die Internetseite gestellt.

Top 10 bei den wichtigsten Handelspartnern Brandenburgs

Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum der Briten wollte Großbritannien die EU am Freitag um 24.00 Uhr (MEZ) verlassen. Das Land war mehr als 47 Jahre lang Mitglied in der Staatengemeinschaft und ihren Vorgängerorganisationen.

Nach Angaben des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums zählt Großbritannien traditionell zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Brandenburgs. Im Jahr 2018 verkauften brandenburgische Unternehmen Waren im Wert von 469 Millionen Euro nach Großbritannien, heißt es auf der Ministeriumsseite. In die andere Richtung wurden 2018 britische Waren im Wert von einer Milliarde Euro gekauft. Sowohl die Importe als auch die Exporte seien in den letzten Jahren auf dem gleichen Niveau gewesen und 2018 leicht angestiegen (Exporte: 4,5 Prozent, Importe: 5,7 Prozent).

Darüber hinaus gehören britische Unternehmen laut Ministerium zu den wichtigsten ausländischen Investoren in Brandenburg und haben viele Arbeitsplätze im Land geschaffen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bedauerte den Austritt Großbritanniens aus der EU: „Nach 47 Jahren verlässt Großbritannien heute die Europäische Union. Das ist bitter. Aber jetzt gilt es, damit gut im Interesse der Menschen umzugehen“, wird er in einem Tweet seiner Partei zitiert.

Lesen Sie dazu: “Es liegt eine gewisse Nostalgie im Anliegen, aus der EU auszutreten”

Von RND/dpa