IHKs: Brandenburgs Innenstädten droht durch Corona-Lockdown die Verödung   
Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Wirtschaft schlägt Alarm: Innenstädten droht durch Corona-Lockdown die Verödung
Brandenburg

IHKs: Brandenburgs Innenstädten droht durch Corona-Lockdown die Verödung   

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:28 26.03.2021
Sorge um die Innenstädte, die wegen der Schließung von Läden immer mehr veröden.
Sorge um die Innenstädte, die wegen der Schließung von Läden immer mehr veröden. Quelle: Julian Stratenschulte
Anzeige
Potsdam

Droht den Innenstädten und Ortszentren in Brandenburg durch die Corona-Pandemie der Niedergang? Diese Sorge treibt die regionale Wirtschaft um. Denn infolge der Corona-Beschränkungen sinkt der Umsatz im Einzelhandel, nimmt das Ladensterben zu und erhöht sich die Leerstandsquote. „Wir befürchten nachhaltige Schäden für die Innenstädte“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, Gundolf Schülke, am Freitag. 80.000 Menschen sind in Brandenburg im Einzelhandel beschäftigt.

Um diesem Trend gegenzusteuern, soll ein sogenannter Innenstadtfonds eingerichtet werden. Mit dem sollen Citymanagements sowie weitere Innenstadt-Initiativen und Konzepte unterstützt werden. Dieser Appell ist Teil eines Forderungskatalogs, den die drei IHKs Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl den Parteien vorlegen. „Die Kommunen brauchen bei der Entwicklung von Innenstadt- und Einzelhandelskonzepten dringend professionelle Strukturen und mehr finanzielle Entlastung“, heißt es in dem Papier.

Online-Handel lässt sich nicht zurückdrehen

Anders als bei den meisten Hotels oder Gaststätten, die nach der Pandemie wieder öffnen könnten, sei das beim Handel anders, meinte Marcus Tolle von der IHK Cottbus. „Viele Firmen sind dann nicht mehr am Markt.“ Er geht auch davon aus, dass sich das geänderte Konsumverhalten der Menschen in Richtung Online-Handel nicht mehr zurückdrehen lasse. „Die Menschen werden sich daran gewöhnen.“ Deshalb sei es wichtig, dass kleine Unternehmen des Einzelhandels über digitale Angebote und Plattformen unterstützt werden.

Die IHKs fordern auch bessere Bedingungen für junge Unternehmensgründer. „Viele junge Menschen werden zu wenig motiviert, selbst zu gründen“, sagte Mario Tobias, der Potsdamer IHK-Hauptgeschäftsführer. Es müsse sich stärker eine Kultur des Gründens von Start-Ups entwickeln. „Wir haben clevere junge Leute.“ Die Politik müsse Zuschüsse und Stipendien für Existenzgründer in der Vorgründungsphase unterstützen.

IHKs lehnen Wahlempfehlung ab

Eine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei oder eine Koalition wollen die Industrie- und Handelskammern nicht aussprechen. Der Cottbuser IHK-Chef Tolle erhofft sich von einer neuen Bundesregierung vor allem einen „Kulturwandel“: für schnellere Genehmigungsverfahren bei Projekten, mehr Freiheit für Unternehmen und eine deutliche Entbürokratisierung.

Von Igor Göldner

Entschädigungsstreit mit Brandenburg und Berlin - Die SPD findet keine einheitliche Haltung zu den Hohenzollern
25.03.2021
25.03.2021