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Brandenburg Hoch auf dem gelben Kahn: Spreewald-Briefträgerin Andrea Bunar
Brandenburg Hoch auf dem gelben Kahn: Spreewald-Briefträgerin Andrea Bunar
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14:09 14.05.2020
Postbotin Andrea Bunar
Postbotin Andrea Bunar Quelle: dpa
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Lehde

Die Post wird im Spreewald wieder mit dem Kahn gebracht. Zustellerin Andrea Bunar begann ihre Arbeit am Donnerstag und brachte wieder Briefe und Pakete über die Wasserwege ins Spreewalddorf Lehde. Für Bunar ist es bereits die neunte Saison und diesmal wegen der erforderlichen Corona-Sicherheitsmaßnahmen eine besondere, wie sie berichtete. Der Postkahn sei gut einen Monat länger als sonst in der Winterpause gewesen.

In dieser Zeit habe sie die Haushalte wie in der Wintersaison mit dem Postauto beliefert. Das habe allerdings bedeutet, längere Strecken teils über Brücken und Treppen auch zu Fuß zurücklegen. „Es ist schön, wieder auf den Kahn zu gehen, das ist ein stückweit Normalität in diesen doch schwierigen Zeiten“, sagte Bunar der Deutschen Presse-Agentur. Pro Woche liefert Bunar nach eigenen Angaben mehr als 600 Briefe, Einschreiben und Postkarten sowie rund 70 Pakete und Päckchen über die Fließe aus.

Vormittags beliefert die 49-Jährige demnach zunächst die Kunden in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) mit dem Postauto. Gegen Mittag steigt sie in ihren gelben Kahn um. Der Muskelkater in den Armen sei in den ersten Wochen nach dem Saisonstart inklusive, berichtete Bunar. Ob Rasenmäher, Flachbildschirm oder Gartenhecke – Andrea Bunar hat das alles bereits schon über die Fließe zu ihren Kunden gebracht. Den Kahn bewege sie auf ihrer rund acht Kilometer langen Tour mit reiner Muskelkraft, sagte die Postzustellerin.

Die Länge des Kahns beträgt neun Meter, die Länge der Schubstange, „Rudel“ genannt, vier Meter. „Viele Bewohner von Lehde haben mich in den letzten Wochen gefragt, wann ich denn wieder per Kahn zu ihnen komme“, berichtete Bunar. Die Postzustellung mit dem Kahn habe eine 123-jährige Tradition und gehöre damit für die meisten Einheimischen zum festen Bestandteil ihres Alltags.

Von MAZonline