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Brandenburg Thüringen, Sachsen und Brandenburg bei Schulabschlüssen vorn
Brandenburg Thüringen, Sachsen und Brandenburg bei Schulabschlüssen vorn
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15:36 11.09.2019
Mehr junge Menschen entscheiden sich für den Hörsaal als für die Ausbildungswerkstatt. Quelle: Robert Schlesinger/dpa
Potsdam

Immer mehr junge Brandenburger entscheiden sich nach der Schule für ein Studium oder eine andere hochqualifizierte Ausbildung. 47 Prozent Prozent nahmen im Jahr 2017 ein Studium oder ein hochqualifizierendes berufsorientiertes Bildungsprogramm (Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung) auf. 2007 hatten sich nur 26 Prozent der jungen Bevölkerung dafür entschieden. Das ist aber kein Vergleich zu Berlin. Dort nahmen 2017 sogar 92 Prozent eine Ausbildung an einer Fachschule, Berufsakademie oder Hochschule auf. Bundesweit lag die Quote bei 60 Prozent.

Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“ außerdem hervorgeht, hat der Osten in Sachen Qualifikation die Nase vorn. Nirgendwo gibt es so viele gut Qualifizierte wie in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Hier haben rund 96 Prozent (Thüringen) oder 93 Prozent (Brandenburg) mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Schulabschluss, der zum Studium berechtigt.

Handwerk wirbt um Abiturienten

Diese positive Entwicklung setzt jedoch seit einigen Jahren das Handwerk unter Druck, da es schwieriger wird, junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern. In Westbrandenburg, dem Bereich der Handwerkskammer Potsdam, haben rund 20 Prozent der Auszubildenden die Hochschulreife in der Tasche. Sie werden laut Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig auch dringend gebraucht, weil die Anforderungen in vielen Ausbildungsberufen hoch sind. „Handwerk steht auch für Hightech und Modernität und bietet engagierten und leistungsfähigen Abiturienten gute Karrierechancen und Einkommensperspektiven“, sagte er.

Wenn mehr junge Menschen ihr berufliches Glück eher mit einem Studium verbinden, liege das daran, „dass der beruflichen Bildung auch seitens der Bildungspolitik jahrelang weniger Wertschätzung und Unterstützung entgegengebracht wurde, als der akademischen Bildung“, kritisierte Bührig. „Eine andere Ursache ist sicher auch, dass die Möglichkeiten und Perspektiven einer Berufsausbildung bei vielen Abiturienten zu wenig bekannt sind.“

Abwanderung bleibt ein Problem

Kommende Woche will die Kammer ein vom Bund unterstütztes Modellprojekt zur besseren Berufsorientierung an den Gymnasien starten, um mehr Schüler von einer Ausbildung zu überzeugen. Abiturienten könnten beispielsweise direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen. Außerdem sei ein Meistertitel gleichwertig mit einem Bachelor-Abschluss an einer Universität, so Bührig.

Trotz Trend zu höheren Abschlüssen wird das Bildungsniveau der Brandenburger Bevölkerung laut Statistik nach wie vor von der Abwanderung jüngerer Menschen beeinflusst. Denn obwohl mehr junge Menschen eine hochqualifizierte Laufbahn einschlagen, hat unter den derzeit 25- bis 34-Jährigen nur jeder Vierte einen entsprechenden Abschluss. Im Bundesschnitt ist es jeder Dritte. Früher war dies anders.

Zu DDR-Zeiten mehr hochwertige Abschlüsse

Die ältere Brandenburger Bevölkerung weist der Statistik zufolge ein deutlich höheres Bildungsniveau auf. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen lag der Anteil der Hochqualifizierten im vergangenen Jahr bei 32 Prozent und damit über dem Bundesschnitt in dieser Gruppe. Der Grund: Viele der heute Älteren haben in der DDR hochwertige Bildungsabschlüsse erworben.

Je besser der Bildungsabschluss, desto geringer sei das Risiko der Arbeitslosigkeit, wie Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamts, betonte. Die Erwerbslosenquote unter Hochqualifizierten lag in Brandenburg 2008 noch bei mehr als acht Prozent. Sie ist inzwischen auf unter 2 Prozent gesunken.

Von Torsten Gellner

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