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Brandenburg Neue Wahlplakate: CDU versucht es locker statt bieder
Brandenburg Neue Wahlplakate: CDU versucht es locker statt bieder
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01:17 23.06.2019
Neues Wahlplakat der CDU Brandenburg, das am Donnerstag in Potsdam enthüllt wurde. Generalsekretär Steeven Bretz (l.) Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Potsdam

Die Wahl-Slogans von Parteien werden meist von Werbeagenturen selbst kreiert, im Fall der brandenburgischen CDU soll es der Parteichef selbst gewesen sein. „Ich habe Bock auf Brandenburg“, rief Ingo Senftleben, so wird es heute erzählt, einmal 2018 bei einer Parteikonferenz in den Saal. Davon waren einige in der Partei so berauscht, dass der Merkspruch seither im Rennen blieb. Am Donnerstag wurde der für die CDU so ungewohnt saloppe Slogan „Bock auf Brandenburg“ als offizieller Spruch der Partei für die Landtagswahl vorgestellt.

Er unterscheidet sich damit von den eher braven und biederen Slogans der CDU in Wahlkämpfen zuvor, wie „Brandenburg besser machen“ (2014), „Klarer Kurs für Brandenburg“ (2009) oder „Brandenburg kann mehr“ (2004), was auch an der jeweiligen Zeit und den damaligen Akteuren lag.

CDU eher flott-frech als brav-bieder

Warum die Wahl diesmal auf den eher flott-frechen „Bock“-Spruch fiel, erklärt der Chef der beauftragten Werbefirma, Alex Römer, mit dem Kandidaten aus der Lausitz selbst. „Senftleben ist ein Typ und keiner, der in Potsdam in einem Penthouse lebt, sondern immer noch da, wo er aufgewachsen ist.“ Weitere ähnlich klingende Motive sollen eher humorvoll als bierernst herüberkommen und eines erzeugen: Aufmerksamkeit um jeden Preis. Ein Slogan lautet deshalb: „Ich bin ein Landei. Und das ist auch gut so.“ Und in einem wird auch Senftlebens Sicht auf zwei deutsche Kult-Bands deutlich: „Ärzte statt tote Hosen. Mehr Mediziner aufs Land!“

Römer hat mit seiner Firma schon den Wahlkampf der CDU in Bremen begleitet, der am Ende – zumindest vom Wahlergebnis her – erfolgreich war. Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder gewann die Wahl, nur die Koalitionsgespräche führen mit SPD, Grüne und Linke andere.

Ebenso wie die CDU buhlen auch die anderen Parteien in Brandenburg mit Slogans, in denen unbedingt das Wort „Brandenburg“ auftauchen muss. Die SPD wirbt diesmal mit „EIN Brandenburg“ und rückt den „Zusammenhalt“ in den Mittelpunkt, der für alle Regionen des Landes nötig sei. Sie setzt dabei vor allem auf ihren Ministerpräsident Dietmar Woidke und dessen Amtsbonus. Und darauf, dass dieser nach wie vor der populärste und bekannteste Politiker ist, den laut Infratest 48 Prozent der Brandenburger gern weiter auf diesem Posten sehen. Senftleben folgt mit nur 11 Prozent. Vor fünf Jahren noch hieß es bei der SPD: „Brandenburg in guten Händen“. Bei den Wahlkämpfen 2004 und 2009 stand noch fast allein der damalige Spitzenkandidat Matthias Platzeck im Zentrum: „Einer von uns“ und „Der Brandenburger“.

Grüne wollen Brandenburg „erneuern“

Mit „Brandenburg ist erneuerbar“ gehen diesmal die Grünen ins Rennen. Die Botschaft ist dabei eindeutig: Sie wollen diesmal selbst mit erneuern, gemeint ist: regieren. Vor fünf Jahre klang das noch anders. Da hieß es lediglich doppeldeutig: „Guten Morgen, Brandenburg“.

Die Linke will diesmal „Brandenburgs Zukunft gemeinsam gestalten“, so zumindest lautet ihr Slogan 2019. Der wird die Gemüter allerdings wohl kaum so erhitzen, wie es die Partei mit ihrem legendären Wahlspruch von 2004 erreicht hatte: „Hartz IV ist Armut per Gesetz“. Und richtete sich vor allem gegen die SPD und die damaligen Sozialreformen der Bundesregierung. Der Wahlkampf hinterließ damals Spuren. Die wütende SPD unter Matthias Platzeck sorgte dafür, dass die damalige PDS weiter in der Opposition blieb.

Plakat der PDS zur Landtagswahl 2004. Quelle: MAZ

Die AfD hat sich für den Slogan „Unser Land, unsere Heimat“ entschieden und verkündet schon im Titel des aktuellen Wahlprogramms, was sie von den anderen Parteien hält und wohin sie will: „Hol Dir Dein Land zurück“, heißt es da. Noch 2014, als die Partei noch neu war, hieß es nur: „Mut zu Brandenburg“.

Der ungewöhnlichste Wahlslogan

Den bisher wohl ungewöhnlichsten Wahlslogan hatte die FDP. „Keine Sau braucht die FDP“ war im Landtagswahlkampf 2014 selbstironisch gemeint und sollte die Partei, damals in aussichtsloser Lage, mit dem letzten Mut der Verzweiflung noch über die Fünf-Prozent-Hürde helfen. Doch das ging schief, und die Liberalen flogen mit nur 1,5 Prozent aus dem Landtag heraus.

Wahlplakat der FDP zur Landtagswahl 2014. Quelle: Stähle

Dort wollen sie am 1. September unbedingt wieder hinein. Diesmal will es die Partei ganz anders machen und es nicht noch einmal mit Selbstironie versuchen, wie Parteisprecher Christian Engelland verrät. Nächste Woche wird die neue Kampagne offiziell präsentiert.

Von Igor Göldner

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