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Brandenburg Landesregierung will Hamburger 2G-Modell in Brandenburg einführen
Brandenburg

In Brandenburg will Rot-Schwarz-Grün das 2G-Modell für Geimpfte und Genesene als „Option“ einführen

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17:18 07.09.2021
Wie in Hamburg könnte auch in Brandenburg das 2G-Modell eingeführt werden: Die in Hamburg eingeführte 2G-Regel besagt, dass nur noch Geimpfte und Genesene die jeweiligen Betriebe betreten dürfen.
Wie in Hamburg könnte auch in Brandenburg das 2G-Modell eingeführt werden: Die in Hamburg eingeführte 2G-Regel besagt, dass nur noch Geimpfte und Genesene die jeweiligen Betriebe betreten dürfen. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Potsdam

In Brandenburg soll es nach dem Willen der rot-schwarz-grünen Koalition für Geimpfte und Genesene weitere Erleichterungen geben. Der Fraktionschef der SPD, Erik Stohn, brachte am Dienstag (7. September)nach dem Vorbild Hamburgs das sogenannte 2G-Modell ins Spiel. Stohn sagte nach der Sitzung seiner Fraktion, er sei für ein entsprechendes Optionsmodell für Betreiber von Gaststätten, Kinos und Kulturveranstaltungen.

Diese sollen wählen können, ob sie nur Geimpften und Genesenen Eintritt gewähren oder ob sie sich für das 3G-Modell entscheiden, das auch Getestete mit berücksichtige. „Das ist ein guter Weg, mit der Pandemie umzugehen und einen neuen Lockdown zu verhindern“, sagte Stohn. Er sprach sich dafür aus, die Corona-Umgangsverordnung des Landes entsprechend zu ändern. Am kommenden Dienstag tagt dazu das Kabinett. Bisher wird vielfach die 3G-Regel angewandt: Darunter fallen Geimpfte, Genesene und Getestete.

Betreiber der Potsdamer Unscheinbar setzt bereits auf 2G

Vereinzelt gibt es allerdings auch Gastronomen, die bereits auf 2G setzen. Dazu gehört etwa Erik Helbl, Inhaber der Potsdamer Unscheinbar. In der Bar dürfen nur noch Menschen Platz nehmen, die einen Impf- oder Genesenennachweis haben, draußen sind die Regeln etwas lockerer, dort reicht eine Registrierung der Kontaktdaten.

Aus Stohns Sicht ist unter Nutzung von 2G eine stärkere Wirtschaftlichkeit, aber auch eine stärkere Sicherheit für alle möglich. Für sie soll es dann keine Auflagen etwa für die Besucher pro Quadratmeter geben.

In Hamburg können Veranstalter und Wirte selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie Tests akzeptieren.

Stohn forderte für Kinder unter zwölf Jahren, dass sie bei Besuchen nicht ausgegrenzt werden, da sie nicht geimpft werden könnten.

CDU will Berliner Modell übertragen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jan Redmann plädiert dafür, die Regelung von Berlin für Clubs auf Brandenburg zu übertragen. Der Senat erlaubte Clubs und Diskotheken, für Geimpfte und Genesene wieder zu öffnen. Die Gäste müssen in Innenräumen dort keine Masken mehr tragen. „Diese Option sollte auch in Brandenburg eingeführt werden“, sagte Redmann. „Wir wollen auch da wieder ein Stückchen mehr in Richtung Normalität kommen.“ Die Betreiber sollten mehr Entscheidungsmöglichkeiten bekommen. Die Option sei ein geringerer Eingriff in die Gewerbefreiheit.

Grüne: 2G-Modell für Kulturbranche sinnvoll

Grünen-Fraktionschefin Petra Budke sagte, die 2G-Regelung könnte für die Kultur- und Veranstaltungsbranche sinnvoll sein. Dann könnten für Geimpfte und Genesene Beschränkungen wie das Masketragen entfallen. Außerdem könnten mehr Besucherinnen und Besucher zu den Veranstaltungen kommen.

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Die Koalition in Brandenburg ist sich einig, dass das entscheidende Kriterium bei der Bewertung der Corona-Pandemie nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz sein sollte. Der wesentliche Maßstab soll die Zahl aufgenommener Corona-Patienten in den Kliniken je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sein.

Auch in Berlin stellte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) 2G-Corona-Regeln für bestimmte Bereiche in Aussicht. Der Senat werde in der kommenden Woche möglicherweise abschließend beraten, „wie wir 2G- und 3G-Angebote machen können“, erklärte Müller am Dienstag. In Berlin hatte das Verwaltungsgericht vor geraumer Zeit ein generelles Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt. Der Senat beugte sich und erlaubte Clubs und Diskotheken, für Geimpfte und Genesene wieder zu öffnen. Die Gäste müssen in den Innenräumen dort keine Masken mehr tragen. Ungeimpfte bleiben außen vor - auch wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Von Igor Göldner