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Brandenburg Initiativen fordern Dach auf der A 10
Brandenburg Initiativen fordern Dach auf der A 10
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20:09 15.01.2017
Bauarbeiten am Berliner Ring. Quelle: dpa
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Potsdam

Mit einer Petition an den Bundestag wollen Brandenburger Bürgerinitiativen einen besseren Lärmschutz am Berliner Autobahnring A10 erreichen. „Damit helfen wir auch anderen Gemeinden in Deutschland, die vor ähnlichen Problemen stehen wie wir“, sagt Peter Kleffmann, einer der Sprecher der in der „Initiative Lärmschutz“ vereinten Bürgerinitiativen.

Der Berliner Ring gehört zu den am stärksten befahrenen Fernstraßen Deutschlands. Seit den 90er-Jahren wird die Autobahn sechs- und auf einem Abschnitt sogar achtspurig ausgebaut. Gegen den zunehmenden Verkehrslärm haben sich Bürgerinitiativen in den kleineren Gemeinden Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Leegebruch, Klein Ziethen (alle Oberhavel) sowie in Fredersdorf-Vogelsdorf, Hennickendorf und Rüdersdorf (alle Märkisch-Oderland) gebildet.

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Verkehr schwillt besonders auf südlicher A 10 an

Besonders stark wächst der Verkehr auf der südlichen Trasse der A 10. Sie wird gehört zum Transeuropäischen Verkehrsnetz und wird vorrangig für den Gütertransport ausgebaut. Dazu gehört ein 8,2 Kilometer langer Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam, der bis 2020 auf acht Fahrstreifen verbreitert wird. Über den Asphalt in der Gemeinde Michendorf (Potsdam-Mittelmark) rollen hier täglich an die 100 000 Fahrzeuge, rund ein Viertel davon sind Lastkraftwagen. Für 2025 werden hier bis zu 126 000 Fahrzeuge pro Tag erwartet, der Güterverkehr soll bis 2030 um 40 Prozent zunehmen.

Die InitiativeLärmschutz jetzt“ konnte erreichen, dass auf der Fahrbahn ein großporiger Straßenbelag verwendet wird – sogenannter Flüsterasphalt – und Lärmschutzwände errichtet werden. Dazu kommen passive Schutzmaßnahmen, etwa lärmschluckende Fenster an einigen Häusern. Mehrere Anwohner der Gemeinde Ferch (Potsdam-Mittelmark) gingen mit ihren Forderungen nach einem noch weiter gefassten Ausbau der A10 mit Flüsterasphalt jedoch leer aus.

Birkenwerder ist besonders betroffen

Besonders stark unter dem zunehmenden Verkehrslärm leidet Birkenwerder unmittelbar nördlich Berlins. Die A10-Trasse führt mitten durch die 8000-Einwohner-Gemeinde. Zwar wird die Autobahn von Lärmschutzwänden einseitig flankiert, doch reicht das nach Ansicht der schon 2005 gegründeten Bürgerinitiative „A10-Nord“ nicht aus.

Abdeckung für Fahrbahnen gefordert

Abhilfe könnte eine Überdachung der Fahrbahnen bringen sowie ein längerer Streckenausbau mit Flüsterasphalt. „Doch das kostet Geld, das der für den Ausbau zuständige Bund nicht locker machen will“, sagt Kleffmann. Auch die vor Jahren auf Initiative der Bürgerinitiative angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Abend- und Nachtstunden seien wegen häufiger Übertretungen weitgehend wirkungslos.

Dabei wollen die Bürgerinitiativen den A 10-Ausbau keinesfalls verhindern. Ihnen geht es in der Petition darum, die Gemeinden so zu stärken, dass sie die in den jeweiligen Lärmaktionsplänen enthaltenen Vorgaben umsetzen können.

Das Thema könnte bald auch die Brandenburger Politik beschäftigen. Die Bürgerinitiativen wollen noch im Frühjahr eine ähnliche Petition im Landtag einbringen.

Von Manfred Rey

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