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Brandenburg Lila Bäcker: 60 Filialen in Brandenburg und Berlin werden am Freitag geschlossen
Brandenburg Lila Bäcker: 60 Filialen in Brandenburg und Berlin werden am Freitag geschlossen
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00:25 09.06.2019
Die insolvente Bäckereikette «Lila Bäcker» will ihr Filialnetz von 400 auf weniger als 330 Standorte verkleinern. Am stärksten betroffen ist Brandenburg. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp
Potsdam

Am Dienstag klangen die Meldungen zur Zukunft der Bäckereikette „Lila Bäcker“ mit Hauptsitz in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) noch hoffnungsvoll. Produktion und Vertrieb könnten weitergeführt werden, teilte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde in Berlin mit. Doch das gilt für die Mehrheit der Brandenburger Beschäftigten nicht.

Nach MAZ-Informationen stehen in Berlin und Brandenburg rund 60 Filialen unmittelbar vor der Schließung. Schon an diesem Freitag sollen die Verkaufsstellen geschlossen werden. Die Mitarbeiter wurden offenbar erst am Donnerstag darüber informiert, dass sie am morgigen Freitag nicht mehr zur Arbeit kommen brauchen und freigestellt werden.

Produktion in Dahlewitz ruht

Auch das Aus des Produktionsstandorts in Dahlewitz (Teltow-Fläming) mit 48 Mitarbeitern ist offenbar besiegelt. Dort ruht die Produktion nach MAZ-Informationen bereits. Es soll nur noch der Logistikstandort erhalten bleiben. Betroffen sind insgesamt rund 270 Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg.

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Lila-Bäcker Schließung: Beim Personal herrscht blankes Entsetzen

Ein Teil der Filialen hat im Zuge des Insolvenzverfahrens und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens bereits geschlossen. In folgenden Orten stehen ab Freitag weitere Filialen vor der Schließung:

  • Cottbus
  • Potsdam
  • Schönwalde-Glien
  • Brandenburg/Havel
  • Jüterbog
  • Luckenwalde
  • Trebbin
  • Fürstenwalde
  • Eichwalde
  • Zeuthen
  • Mittenwalde
  • Mahlow
  • Blankenfelde
  • Baruth/Mark
  • Wünsdorf
  • Müllrose
  • Peitz
  • Vogelsdorf
  • Golßen
  • Sperenberg
  • Berlin

Zum Teil befinden sich die Filialen in Supermärkten von Netto und Rewe. Die Marktleiter wurden am Mittwochabend darüber informiert, dass die Bäckereitheken im Kassenvorraum ab Freitag nicht mehr bedient werden. Das bestätigten mehrere Marktleiter und Mitarbeiter der MAZ.

Kahlschlag betrifft vor allem Brandenburg

Noch am Dienstag hatte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde mitgeteilt, dass Produktion und Vertrieb weitgehend weitergeführt werden könnten. Die Gläubigerausschüsse hätten dem Konzept der Geldgeber – dem Vernehmen nach mehrere Banken – zugestimmt. Diese Entscheidung sei ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Unternehmensgruppe, teilte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde am Dienstag in Berlin mit. „Wir können also unsere Kunden weiterhin bedienen und hoffen auf ihr Vertrauen. Ebenso vertrauen wir auf das Engagement aller Mitarbeiter“, betonte Rattunde.

Rattunde hatte mitgeteilt, dass ein großer Teil der zuletzt rund 400 Filialen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zunächst weiter betrieben werden könnten. 330 Verkaufsstellen sollen geöffnet bleiben. Das bedeutet: die meisten Schließungen konzentrieren sich auf Berlin und Brandenburg.

Schweriner Ministerium soll für Millionenkredit bürgen

Das Wirtschaftsministeriums in Schwerin hatte bestätigt, dass die beteiligten Banken eine Kreditbürgschaft des Landes beantragt haben, machte zur Höhe aber keine Angaben. Unbestätigten Angaben zufolge soll es um eine Bürgschaft über rund neun Millionen Euro gehen.

Die Kette hatte im Januar 2019 Insolvenz angemeldet, das Verfahren war im April eröffnet worden. Dem Vernehmen nach hatte sich Firmengründer Volker Schülke um eine Übernahme bemüht, kam aber nicht zum Zug. Laut Rattunde hob das Amtsgericht Neubrandenburg nach dem Ende der Investorensuche Ende Mai auf Antrag der aktuellen Geschäftsführung die seit Januar laufende Eigenverwaltung auf und ernannte ihn zum Insolvenzverwalter.

Von Torsten Gellner

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