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Brandenburg Internationale Fachtagung: Uni Potsdam will Naturgefahren entgegentreten
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Internationale Fachtagung: Uni Potsdam will Naturgefahren entgegentreten

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08:49 05.10.2021
Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser: Die verheerenden Flutwellen in Westdeutschland lenkten den Blick auf wachsende Naturgefahren durch den Klimawandel. Die Universität Potsdam lädt zu einer internationalen Fachtagung ein, um den Folgen wirksam entgegen zu treten.
Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser: Die verheerenden Flutwellen in Westdeutschland lenkten den Blick auf wachsende Naturgefahren durch den Klimawandel. Die Universität Potsdam lädt zu einer internationalen Fachtagung ein, um den Folgen wirksam entgegen zu treten. Quelle: Marcus Brandt/dpa
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Potsdam

Hochwasser, Stürme und Hitze sind aus Sicht von Experten die größten Naturgefahren für die Menschen in Mitteleuropa. „Es war auch für uns erschreckend, dass im Sommer in Deutschland durch Hochwasser mehr als 180 Menschen ums Leben kamen“, sagte Professorin Annegret Thieken von der Universität Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. „Das hatte die Fachwelt so nicht für möglich gehalten.“

Die Professorin für Geopgraphie und Naturrisikenforschung organisiert mit dem Graduiertenkolleg „NatRiskChange“ am Dienstag und Mittwoch in Potsdam eine Internationale Tagung zu „Naturgefahren und Risiken in einer Welt im Wandel“. Dabei stehe die Reduzierung der Auswirkungen von Naturgefahren, beispielsweise durch bessere Warnungen, immer im Fokus, sagte Thieken.

Hochwasser-Nachrichtendienste und Meldeordnungen

Die Hochwasser-Warnung sei in Deutschland ein seit langem aufgebautes und gut funktionierendes System, erläuterte Thieken. „Schon in den 1880er Jahren wurden erste Hochwasser-Nachrichtendienste und Meldeordnungen entlang der Flüsse etabliert, um die Anlieger in den stromabwärts gelegenen Gebieten vor Flutwellen zu warnen.“ Nach den Winterstürmen 1999 und dem Hochwasser 2002 seien die modernen Wettervorhersagen und Warnsysteme nochmals verbessert worden. Auch vor den Flutwellen im Juli habe der Deutsche Wetterdienst mit entsprechenden Niederschlags-Prognosen gewarnt.

„Allerdings hat dies die Menschen nicht ausreichend erreicht“, bilanzierte Thieken. Einige der betroffenen Regionen seien nicht rechtzeitig und nicht ausreichend evakuiert worden. Eine Schwierigkeit sei, dass man nie genau vorhersagen könne, wo und welche Niederschlagsmengen genau zu erwarten seien. „Da machen 20 Kilometer weiter südlich oder nördlich schon einen großen Unterschied.“ Aber auf jeden Fall müsse als Konsequenz das Meldesystem verbessert werden, erklärte Thieken. „Dazu führt die Universität Potsdam derzeit eine Befragung unter den Betroffenen in den Hochwassergebieten durch.“

Weitere Risiken für Naturgefahren

Darüber hinaus werde an der Universität auch an weiteren Risiken für Naturgefahren geforscht, berichtete die Professorin. „Ist es der Klimawandel allein, oder gibt es weitere Faktoren wie etwa zunehmende Besiedlung in Küstenregionen oder anderen gefährdeten Gebieten? Wie können sich Bevölkerung und Regionen an Naturgefahren anpassen und vorsorgen?“

Neben Hochwasser und Stürmen sei auch Hitze eine große Gefahr in Mitteleuropa, sagte Thieken. „Hitzetote sind aber nicht so auffällig wie eine Überschwemmung“, erläuterte sie.

Zu der Konferenz werden etwa 100 Teilnehmer in Potsdam erwartet. Laut Thieken verfolgen viele weitere die Tagung online.

Von MAZonline