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Brandenburg JVA-Sicherheitschef bekommt Ärger
Brandenburg JVA-Sicherheitschef bekommt Ärger
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11:34 14.04.2014
Schwarze Geschäfte hinter Brandenburger Gefängnismauern. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das sagte Markovs Sprecherin Maria Strauß am Freitag der MAZ. Dannat habe Kopien von Verteidigerpost und Häftlingsakten gemacht und diese an Dritte weitergegeben. Er schickte sie auch an Rechtsausschusschef Henryk Wichmann (CDU). Das sei verboten. „Wenn wir dem nicht nachgehen, machen wir uns selbst strafbar“, so Strauß.

In dem Brief erhebt Dannat wie berichtet schwere Vorwürfe gegen den wegen zwei Ex-Mandanten zurückgetretenen Minister Volkmar Schöneburg (Linke). Demnach soll der frühere Anwalt den Häftlingen womöglich bei kriminellen Geschäften geholfen haben. Laut Dannat standen die beiden Sexverbrecher in der JVA im Verdacht, hinter Gittern mit illegal erworbenen Gegenständen wie Schmuck gedealt zu haben. So sollen Mithäftlinge plötzlich hochwertige Uhren getragen haben. Doch wie kamen die Gegenstände in den Knast?

Dannat hat seinem Schreiben einen Bestellschein des Versandhauses Quelle angehängt. Demnach bestellte einer der Sexverbrecher Uhren und eine Kette und gab als Lieferadresse Schöneburgs Kanzlei an. Diese Lieferung erfolgte nur deshalb nicht, weil die Häftlinge vorherige Bestellungen nicht bezahlten, wie Quelle moniert. Das heißt aber: Schon früher haben die Ex-Mandanten Gegenstände geordert, die wohl den Weg in den Knast gefunden haben müssen.

Schon im Dezember war spekuliert worden, warum Schöneburg so schnell seinen Rücktritt erklärte. Er hatte nur eingeräumt, dass seine Ex-Mandanten öfter auf seinem Handy anriefen und er eine Zwangsverlegung gestoppt hatte. „Der Verdacht besteht, dass Schöneburg sich an Warenbetrug beteiligt und damit erpressbar gemacht hat“, so Rechtsausschusschef Wichmann. Am Montag trifft sich das Gremium zu einer Sondersitzung.

Dannat, seit 1993 im Vollzug tätig, hat mit seinem Brief, in dem er auch Vertrauensverlust zum Ministerium beklagt, viel riskiert: Er ist unter 50 und hat noch gut 15 Jahre Berufsleben vor sich. JVA-Chef Hermann Wachter, der auch zum Nachteil Schöneburgs aussagte, wurde daraufhin versetzt.

Von Marion Kaufmann

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