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Brandenburg Jan Redmann: Das ist der neue Fraktionschef der CDU
Brandenburg Jan Redmann: Das ist der neue Fraktionschef der CDU
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12:56 10.09.2019
Jan Redmann aus Wittstock sitzt seit 2014 für die CDU im Potsdamer Landtag. Quelle: Christian Bark
Potsdam

Die landespolitische Karriere von Jan Redmann begann 2006, als der gebürtige Pritzwalker zum Vorsitzenden der Jungen Union gewählt worden war. Es war eine Zeit, in der die Brandenburger CDU tief gespalten war und die Partei einmal mehr einen neuen Vorsitzenden suchte. 13 Jahre später bietet die CDU wieder ein zerstrittenes Bild – wegen des schlechten Abschneidens bei der Landtagswahl.

Nun liegt es zum großen Teil an Jan Redmann, die CDU-Fraktion wieder zu einen. Er wurde am Dienstag einstimmig von seiner Fraktion zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Ingo Senftleben an, der nach innerparteilicher Kritik alle Ämter niedergelegt hat.

Liberal, auf Senftleben-Linie

Redmann war bisher parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion, eine Art Fraktionsmanager also, dessen Aufgabe darin besteht, Plenarsitzungen vorzubereiten und gemeinsame Initiativen mit anderen Fraktionen vorzubereiten, Netzwerke zu knüpfen. Der Jurist stand dabei, wie es sein Job ist, eng an Senftlebens Seite. Er gilt als Verfechter des liberalen Brandenburger CDU-Kurses.

Immer wieder kritisierte Redmann Mitglieder der Landesregierung, denen er eine Vermischung von Partei- und Regierungsinteressen vorwarf. So hatte er im Frühjahr einen Stopp des Bürgerdialogs von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gefordert, den Redmann als Wahlkampftour kritisiert hatte. Zuletzt hatte er den Einsatz des Staatskanzleichefs Martin Gorholt für ein Kunstpark-Projekt des SPD-nahen Künstlers Rainer Opolka als Fall für den Staatsanwalt bezeichnet.

Kooperation mit der Linkspartei auf Kreisebene

Redmann gehört zu jenen in der CDU, die die Öffnung hin zur Linkspartei unterstützten. Vor einem Jahr plante er in Ostprignitz-Ruppin einen Coup, um mithilfe der Linken einen CDU-Landrat durchzusetzen. Er unterzeichnete eine Kooperationsvereinbarung mit Linken, Bauern und Freien Wählern, um so die Wahl Egmont Hamelows im Kreistag gegen SPD-Kandidat und Amtsinhaber Ralf Reinhardt zu sichern. Das sorgte überregional für Aufsehen: als Annäherung der CDU an die Linkspartei.

„Ich verstehe die Vorbehalte schon, weil die Linkspartei in verschiedenen Regionen Deutschlands ja auch sehr unterschiedlich ist“, sagte Redmann damals. In Brandenburg sei die Linkspartei aber sehr pragmatisch. „Ich warne davor, die Linke zu dämonisieren. Die Linkspartei von heute ist auch nicht die SED-Nachfolgepartei, sondern hat sich in den letzten 30 Jahren sehr verändert“, hatte er gesagt.

Der Plan wäre fast aufgegangen, doch der Zufall vereitelte den Landratscoup. Es waren mehrere Wahlgänge nötig, CDU-Mann Hamelow versäumte die nötige Stimmenmehrheit. Am Ende musste das Los entscheiden. SPD-Mann Reinhardt gewann.

Von Torsten Gellner

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